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Von Franke Baustoffe
24. Aug. 2026 10 Min. Lesezeit

Firstziegel befestigen: Klammer, Band, Firstlatte

Welche Teile einen Trockenfirst ausmachen, welche Ziegelform zu Ihrem Dach gehört — und wie Sie Ersatz finden, wenn das Modell nicht mehr existiert
Ein Firstziegel wird geklammert, nicht gemörtelt. Was einfach klingt, hängt an drei Maßen: Firstlattenhöhe, Bandbreite und dem Lüftungsquerschnitt, der darunter frei bleiben muss.
4 Zeilen im Vergleich
9 Kapitel

Die Bauteile eines Trockenfirsts

Ein Trockenfirst ist kein einzelnes Produkt, sondern ein System aus drei Funktionen: einer Tragkonstruktion für die Firstziegel, einer Lüftungs- und Regensicherung darunter und einer mechanischen Befestigung jedes einzelnen Ziegels. Im verbreitetsten Aufbau übernehmen das vier Bauteile — dazu kommen der Firstziegel selbst und die Abschlüsse an den Enden. Andere geprüfte Systeme lösen dieselben Funktionen anders, etwa mit keramischen Firstanschlussziegeln statt Firstband. Verbindlich ist die Systemfreigabe des Herstellers, nicht die Stückzahl.
Der Firstlattenhalter
trägt die Firstlatte und wird auf den Sparren oder auf der Konterlattung befestigt. Er sollte höhenverstellbar sein — nur so lässt sich die Latte exakt auf das jeweilige Ziegelmodell einstellen, statt auf ein grobes Rastermaß.
Die Firstlatte
liegt auf den Haltern längs über den First und ist das Befestigungsholz für die Firstziegel. Ihre Höhe entscheidet über die ganze Arbeit — dazu weiter unten ein eigener Abschnitt.
Das Firstband, auch Firstrolle genannt, ist ein Rollenband mit Aluminium- oder Kunststoffeinlage und seitlichen Vlies- oder Bürstenstreifen. Es wird mittig auf die Firstlatte geklebt, die Ränder werden in die Wellenkontur der Deckung gedrückt. Damit ist es das belüftete Dichtelement des Systems: dicht gegen Regen und Flugschnee, offen für Luft.
Die Firstklammer ist ein Federstahlbügel, der jeden einzelnen Firstziegel greift und an der Latte sichert — das ist die Windsogsicherung dieser Bauteilgruppe.
Dazu kommen die Firstziegel selbst sowie die Abschlüsse Firstanfangsziegel oder Firstendscheibe, die die Firstreihe an Giebel oder Walm sauber schließen. Fehlt einer dieser sechs Bestandteile, ist das System unvollständig — nicht theoretisch, sondern konkret an der Stelle, wo der fehlende Teil sitzen würde.

Die Begriffe im Überblick

Bauteile des Trockenfirsts
9 Begriffe
Firstlattenhalter · höhenverstellbarer Firstlattenhalter · Firstlatte · Firstband · Firstrolle · Firstklammer · Firstziegel · Firstanfangsziegel · Firstendscheibe
Ziegelformen
7 Begriffe
Rundfirst · Halbrundfirst · Flügelfirst · Konusfirst · Wellenkontur · Verschiebebereich · modellgebunden
Systeme
7 Begriffe
Trockenfirst · Mörtelfirst · Nassfirst · Firstmörtel · Verstrich · Belüftungsebene · Lüftungsquerschnitt

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Rundfirst, Flügelfirst, Konusfirst: die gängigen Formen

Firstziegel gibt es nicht in einer Form, sondern in mehreren — und welche zum eigenen Dach gehört, entscheidet nicht der Geschmack, sondern der Flächenziegel darunter.
Der Rundfirst, auch Halbrundfirst, ist die klassische Form mit gleichmäßig rundem Querschnitt. Sein Vorteil ist die Toleranz: Die runde Kontur gleicht kleine Höhenunterschiede der Flächenziegel aus und passt zu einem breiten Spektrum an Wellenprofilen.
Der Flügelfirst
trägt an den Längsseiten flache, ausgestellte „Flügel", die der Wellenform des darunterliegenden Ziegels enger folgen als ein reiner Rundfirst. Er gehört meist zu Deckungen mit ausgeprägter Welle — etwa Doppelmuldenprofilen, wie sie der Betondachstein Frankfurter Pfanne und die entsprechenden Tonziegelmodelle zeigen (Frankfurter Pfanne) —, weil er die Kontur großflächiger schließt.
Der Konusfirst
ist am First zulaufend geformt und wird entlang der Firstlinie ineinandergesteckt statt nur überlappt. Er ist typisch für flache Profile mit geringer Wellentiefe, etwa Flachdachziegel, bei denen ein wuchtiger Rundfirst optisch nicht passt.
Alle drei Formen lösen dieselbe Aufgabe — die Firstreihe regensicher zu schließen — mit unterschiedlicher Geometrie. Welche zu einem bestimmten Flächenziegel gehört, steht in der Verlegeanleitung des Herstellers.

Warum die Form an das Ziegelmodell gebunden ist

Firstziegel sind modellgebunden, und das ist keine Formalität. Form, Verschiebebereich und Auflagepunkte des Firstziegels sind auf die Wellenkontur eines bestimmten Flächenziegels abgestimmt. Ein Rundfirst, der optisch zu einer Deckung passt, kann trotzdem das falsche Modell sein — er liegt dann hohl auf, statt sauber in der Welle zu sitzen, oder der Verschiebebereich stimmt nicht mit der Lattweite der Fläche überein.
Auch zwischen Herstellern ist das nicht austauschbar: Zwei Rundfirste verschiedener Werke sehen sich oft ähnlich, haben aber unterschiedliche Radien und Auflagemaße.
Zuerst wird das Ziegelmodell bestimmt, dann erst das passende Firstsystem gewählt. Der zuverlässige Weg dafür ist die Unterseitenprägung — einen Ziegel abnehmen, umdrehen, Hersteller und Modellbezeichnung ablesen (Frankfurter Pfanne). Ein Foto davon genügt, um zu sagen, welcher Firstziegel dazugehört.

Trockenfirst oder Mörtelfirst: zwei Systeme im Vergleich

Zwei grundsätzlich verschiedene Prinzipien halten die Firstziegel an ihrem Platz.
Der Mörtelfirst
setzt die Ziegel in ein Mörtelbett und verstreicht die Fuge zur Fläche. Das war jahrzehntelang der Standard und ist rein optisch unauffällig. Die Bauteilpaarung passt aber nicht dauerhaft zusammen: Der Mörtel ist starr, die Ziegeldeckung darunter arbeitet mit Temperatur und Feuchte. Was nicht mitgeht, reißt — und in den Riss läuft Wasser, das im Winter gefriert und den Schaden vergrößert.
Der Trockenfirst
ersetzt die starre Verbindung durch die sechs Bauteile aus dem ersten Abschnitt: mechanische Befestigung über Halter, Latte und Klammer, Abdichtung über ein belüftetes Firstband statt über Mörtel. Er macht Bewegung mit, statt sie zu verhindern.
MerkmalMörtelfirstTrockenfirst
Umgang mit Bewegungstarr, reißt unter Spannungmechanisch beweglich
Belüftung am Firstblockiert, wenn dicht verstrichenoffen über das Firstband
WindsogsicherungMörtel allein reicht nichtjeder Ziegel geklammert
Eignung für Eigenleistungam Nebengebäude vertretbaram Nebengebäude vertretbar
Der zweite Grund, warum sich der Trockenfirst durchgesetzt hat, wiegt schwerer als die Dichtheit: Der First ist der Luftaustritt der Belüftungsebene zwischen Unterspannbahn und Deckung. Ein dicht zugemörtelter First nimmt dieser Strömung ihren Ausgang — mit Folgen, die sich nicht am First zeigen, sondern als Feuchte im Dachaufbau (Dachaufbau im Detail, Dachentlüftung am Ziegeldach).

Die Lattenhöhe: das Maß, das über Dichtheit entscheidet

Die Firstlatte muss in genau der richtigen Höhe liegen, und dieses Maß ist modellabhängig — es unterscheidet sich zwischen Firstziegelform, Flächenziegel und Dachneigung und lässt sich nicht schätzen.
Sitzt die Latte zu hoch, stützt sich der Firstziegel auf der Latte ab, bevor er auf der Fläche aufliegt. Er schwebt dann über der Deckung, und das Firstband bekommt keinen sauberen Kontakt zur Wellenkontur.
Sitzt sie zu niedrig, liegt der Firstziegel zwar sauber auf der Fläche, aber die Klammer erreicht die Latte nicht richtig — der Ziegel wackelt und ist beim nächsten Sturm der Erste, der fehlt.
Genau deshalb sind höhenverstellbare Firstlattenhalter kein Komfortdetail, sondern das Werkzeug, mit dem sich dieses Maß überhaupt treffen lässt: Ein Ziegel wird probeweise aufgelegt, der Sitz geprüft, die Höhe nachjustiert — an mehreren Stellen über die Firstlänge, weil ein Dachstuhl selten überall gleich hoch ist. Die genaue Zielhöhe steht in der Verlegeanleitung des jeweiligen Herstellers. Wie dieser Abgleich praktisch abläuft, zeigt Anleitung Firstziegel erneuern und befestigen.
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Firstanfang und Firstende: die offenen Enden schließen

Eine Firstreihe hat zwei Enden — am Giebel, am Walm oder dort, wo sie auf einen Grat trifft —, und beide brauchen einen eigenen Formstein.
Der Firstanfangsziegel und die Firstendscheibe schließen die Reihe seitlich ab. Ohne sie steht die Firstreihe offen, und Wind fährt in die Konstruktion — mit demselben Ergebnis wie bei jeder offenen Fuge am Dach: Flugschnee und Schlagregen finden einen Weg hinein, den die Bahn darunter zwar auffängt, der aber nicht dort entstehen sollte.
Welcher Abschluss zum jeweiligen Firstziegel passt, folgt derselben Modellbindung wie die Firstziegel selbst — beide werden zusammen bestellt, nicht nachträglich passend gesucht.

Der Grat: verwandtes System, andere Regeln

Der Grat ist die geneigte Kante an einem Walmdach, dort, wo zwei Dachflächen aufeinandertreffen. Er wird nach demselben Prinzip gedeckt wie der First: Gratlatte auf Haltern, Gratband, Gratziegel, Gratklammern — dieselbe Bauteillogik, nur unter einem anderen Namen.

Zwei Unterschiede zählen

Erstens ist der Grat geneigt: Wasser läuft an ihm entlang nach unten, weshalb die Bänder von oben nach unten überlappen müssen, statt Wasser in einen Stoß laufen zu lassen. Zweitens treffen die Flächenziegel am Grat auf Gehrung — sie werden schräg zugeschnitten, damit die Reihe an der Kante sauber aufgeht. Das ist Schneidarbeit an Ton oder Beton und keine Anfängeraufgabe.
Am unteren Ende trifft der Grat auf die Traufe, am oberen auf den First — beide Übergänge brauchen eigene Formteile. Ein Grat wird deshalb im Warenkorb immer mitgedacht, sobald das Dach einen Walm hat.

Ersatz beschaffen, wenn das Ziegelmodell ausgelaufen ist

Weil Firstziegel modellgebunden sind, ist die Ersatzsuche bei einem älteren Dach oft schwieriger als bei den Flächenziegeln — es gibt pro Dachfläche deutlich weniger Firstziegel, und genau deshalb fallen fehlende Modelle stärker ins Gewicht.
Der erste Schritt ist immer die Modellbestimmung über die Unterseitenprägung, wie beim Flächenziegel. Danach, in dieser Reihenfolge:
01
Restposten und zweite Wahl
bei Händlern und aus Werksbeständen — für den üblichen Reparaturbedarf oft ausreichend.
02
Gebrauchte Firstziegel
von Abbruchdächern derselben Bauzeit, farblich häufig die beste Übereinstimmung. Vor dem Einbau auf Risse und mürbe Stellen prüfen.
03
Ein kompatibles Nachfolgemodell
, sofern der Hersteller einen mit gleicher Wellenkontur und gleichem Verschiebebereich führt.
Ein Punkt, der sich lohnt, wenn ohnehin Ersatz gesucht wird: Steht zugleich der Wechsel eines geschädigten Mörtelfirsts an, ist das der naheliegende Moment, gleich auf Trockenfirst umzustellen (Firstziegel erneuern und befestigen) — das Material liegt ohnehin offen, und ein zweiter Zugang mit Gerüst entfällt. Wir suchen ausgelaufene Modelle über die Herstellerkontakte mit — dafür genügen das Foto der Unterseite und die benötigte Stückzahl.

Was ein Trockenfirst je laufendem Meter kostet

Die Materialkosten für ein komplettes Firstsystem sind überschaubar: Firstlattenhalter, Firstlatte, Firstband, Firstklammern und die Firstziegel selbst, gerechnet auf laufende Meter Firstlänge. Formsteine wie Firstanfangsziegel oder Firstendscheibe kommen als Stückposten hinzu. Der größere Kostenfaktor ist meist der sichere Zugang — Gerüst oder Hubsteiger — und nicht das Material selbst.
Systemteile am Dach16,50–43,35 €/Stk.
40 aktive Artikel: Halter, Klammern, Anschlussteile.
Tondachziegel15,45–38,15 €/m²
442 Modelle, Preis je Quadratmeter Dachfläche.
Preise aus dem Franke-Sortiment, Stand 24. August 2026, brutto. Spannen über die aktiven Artikel der jeweiligen Warengruppe.
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Was beachtet werden muss

Absturz — der First ist der höchste Punkt
Er hat auf beiden Seiten Absturzkante, ohne eine Stelle, an der man sich sicher abstützen könnte. Vorrang hat die technische Sicherung: Gerüst mit Dachfanglage oder Arbeitsbühne. Kein Anschlagpunkt ist dabei der Schornstein. Am Wohnhausdach gehört Arbeit am First in die Hände eines Fachbetriebs.
Materialpassung
Firstziegel, Firstband, Klammern und Deckung müssen zueinander passen. Die Bandbreite richtet sich nach der Wellenkontur, die Klammer nach Ziegel und Lattenstärke. Systemteile eines Herstellers passen zusammen; quer gemischt nicht zwingend.
Korrosion
Alle Metallteile am First gehören in Edelstahl oder gleichwertig korrosionsbeständiger Ausführung. Der First ist der am stärksten bewitterte Punkt des Dachs.
Photovoltaik im Bestand
Sitzt ein Modulfeld nahe am First, ist der Ziegel darunter ohne Modulabnahme nicht erreichbar. Module nimmt kein Laie ab — die DC-Seite bleibt spannungsführend, solange Licht darauf fällt. Das ist Sache der Solarfirma, und Modulträger in Firstnähe gehören vor Arbeitsbeginn geklärt.
Bestandsaufbauten und Asbest
Am First älterer Dächer sitzen mitunter Formteile, Anschlussbänder oder Firstkappen aus Faserzement. Material, das bis einschließlich 1993 eingebaut wurde, gilt bis zum Nachweis des Gegenteils als asbestverdächtig — dann wird nicht gesägt, gebohrt, gebrochen oder mit dem Hochdruckreiniger gearbeitet. Geklärt wird das zuerst über die Bau- und Produktunterlagen; reichen sie nicht, folgt eine Materialprobe im Labor, die Probe nicht durch Absägen nehmen; Umgang, Demontage und Entsorgung nach TRGS 519 durch einen dafür qualifizierten und ausgerüsteten Fachbetrieb.
Regelwerk
Für Ausführung und Klammerung gelten die Fachregeln des Dachdeckerhandwerks, abgestimmt auf die Windzone. Sie sind bei Streitfragen der Maßstab — auch bei Eigenleistung.
Gewährleistung
Ein selbst ausgeführter First ist eine Eigenleistung ohne Gewährleistung. Nach einem Sturmschaden kann die Versicherung fragen, wer den First ausgeführt hat — Verlegeanleitungen und Rechnungen gehören aufbewahrt.
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