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Von Franke Baustoffe
24. Aug. 2026 13 Min. Lesezeit

Firstziegel erneuern und befestigen

Vom Mörtelfirst zum Trockenfirst — warum der alte Mörtel immer wieder reißt
Der First ist nicht nur der Abschluss oben, sondern der Luftauslass des ganzen Dachs. Wer ihn zumörtelt, nimmt der Konstruktion die Belüftung — und der Mörtel reißt trotzdem wieder auf.
13 Arbeitsschritte
12 typische Fehler
16,50 ab Materialpreis

Warum der Mörtelfirst immer wieder aufreißt

Beim Mörtelfirst werden die Firstziegel in ein Mörtelbett gesetzt und die Fuge zur Fläche hin verstrichen. Das war jahrzehntelang der Standard, und es funktioniert — für eine begrenzte Zeit.
Das Problem ist eine Materialpaarung, die nicht zusammenpasst. Der Mörtel ist starr, die Ziegeldeckung darunter arbeitet. Der Dachstuhl bewegt sich mit Temperatur und Feuchte, die Ziegel dehnen sich in der Sonne, im Winter kommt Frost dazu. Der Mörtel kann das nicht mitmachen: Er reißt.
In den Riss läuft Wasser. Es gefriert, dehnt sich aus und sprengt den Riss weiter auf. Nach einigen Wintern sitzt der Firstziegel nur noch auf Bruchstücken, und der nächste kräftige Wind nimmt ihn mit. Das ist kein Ausführungsfehler, sondern das erwartbare Ende dieser Bauweise.
Deshalb ist Nachmörteln bei einem flächig geschädigten First die falsche Antwort. Es hält wieder ein paar Jahre, dann steht man wieder oben. Der Umbau auf einen Trockenfirst kostet beim ersten Mal mehr und beendet das Thema. (Für einen einzelnen Schaden in einem sonst intakten Mörtelfirst gilt das nicht — dazu weiter unten unter „Einzelne Firstziegel ersetzen".)
Und es gibt einen zweiten Grund, der schwerer wiegt als die Dichtheit.

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Der First ist der Luftauslass des Dachs

Ein belüftetes Steildach funktioniert über eine Luftströmung: Luft tritt an der Traufe unten ein, streicht in der Ebene zwischen Unterspannbahn und Deckung nach oben und tritt am First wieder aus. Diese Strömung führt Feuchte ab — Restfeuchte aus dem Bau, Wasserdampf, der trotz Dampfbremse aus dem Wohnraum diffundiert, und Kondensat aus der Deckung.
Der First ist das obere Ende dieser Strömung. Wird er dicht zugemörtelt, fehlt der Ausgang. Die Luft steht, die Feuchte bleibt im Aufbau, und sie sammelt sich dort, wo die Konstruktion am kältesten ist.
Diese Belüftungsebene ist keine Nebensache, sondern ein bemessenes Bauteil: Die Fachregeln geben für Traufe und First einen Lüftungsquerschnitt vor, abhängig von der Sparrenlänge und der Dachfläche. Ein Trockenfirst mit Firstband hält diesen Querschnitt offen, ein Mörtelfirst schließt ihn. Wer die Hinterlüftung unterbricht, verlagert den Schaden nach innen — sichtbar wird er an der Dämmung, nicht am First.
Die Folgen zeigen sich nicht am First, sondern im Dach: feuchte Dämmung, dunkle Verfärbungen an den Sparren, im schlimmen Fall Pilzbefall am Holz. Und weil die Deckung von außen völlig in Ordnung aussieht, sucht man den Fehler jahrelang an der falschen Stelle.
Beim Trockenfirst übernimmt das Firstband genau diese Aufgabe: Es dichtet gegen Regen, Flugschnee und Vögel ab, lässt aber Luft durch. Das ist der eigentliche Grund, warum die Bauweise sich durchgesetzt hat — nicht die Bequemlichkeit, sondern die Bauphysik.
Wenn ohnehin am First gearbeitet wird, ist das der Moment, auch den Lufteintritt an der Traufe zu prüfen. Ein freier First bringt nichts, wenn unten das Traufgitter mit Laub, Moos oder einem Vogelnest zugesetzt ist. Die Strömung braucht beide Enden.

Trockenfirst: wie er aufgebaut ist

Im verbreitetsten Aufbau vier Bauteile, die aufeinander aufbauen. Andere Systeme lösen dieselben Funktionen anders — etwa mit keramischen Firstanschlussziegeln statt Firstband; maßgeblich ist die Freigabe des Herstellers für das vorhandene Ziegelmodell.
1

Firstlattenhalter

Metallhalter, die auf den Sparren oder auf der Konterlattung befestigt werden und die Firstlatte tragen. Es gibt sie höhenverstellbar — das ist die Ausführung, die man nehmen sollte, weil sich die Firstlattenhöhe damit exakt einstellen lässt.

2

Firstlatte

Eine Dachlatte, die auf den Haltern längs über den First läuft. Sie ist das Befestigungsholz für die Firstziegel. Ihre Höhe entscheidet über die ganze Arbeit — siehe eigener Abschnitt.

3

Firstband

Ein Rollenband, meist mit einer Aluminium- oder Kunststoffeinlage und seitlichen Vlies- oder Bürstenstreifen. Es wird mittig über die Firstlatte geklebt und die Ränder werden in die Ziegelkontur gedrückt — also in die Wellen und Mulden der Deckung. Es dichtet gegen Wasser und Flugschnee und lässt Luft passieren.

4

Firstklammer

Ein Federstahlbügel, der den Firstziegel greift und an der Firstlatte befestigt wird. Jeder Firstziegel wird geklammert — nicht nur jeder zweite, nicht nur die an den Enden.

Dazu kommen die Abschlüsse: Firstanfangsziegel oder Firstendscheibe am Ende des Firsts, sonst steht die Firstreihe offen und der Wind fährt hinein.

Material für den Trockenfirst

WerkzeugMaterial
Maurerhammer und Meißel (alten Mörtel abschlagen)Firstziegel im passenden Modell
AkkuschrauberFirstlattenhalter, höhenverstellbar
Schnur zum AusrichtenFirstlatte in passender Länge
Zollstock, WasserwaageFirstband in passender Breite zur Ziegelkontur
DachdeckerhammerFirstklammern passend zu Ziegel und Latte
Handschuhe, Schutzbrille, StaubmaskeFirstendscheibe oder Firstanfangsziegel
Gerüst oder AuffangsystemSchrauben für die Halter (Edelstahl)
Eimer/Sack für den Bauschuttggf. Ersatzziegel für die oberste Reihe
13 Arbeitsschritte
8 Werkzeuge
8 Materialposten

Schritt für Schritt: vom Mörtel- zum Trockenfirst

1

Zugang sichern

Gerüst oder Arbeitsbühne — das ist der Arbeitsplatz. Ein Auffangsystem verhindert keinen Sturz, es fängt ihn auf; es ersetzt den sicheren Standplatz also nicht, sondern ergänzt ihn. Und die Dachfläche selbst ist keine Verkehrsfläche: Gearbeitet wird vom Gerüst oder von einer Laufbohle über mindestens zwei Auflagern aus, nicht auf der Deckung. Ohne das wird auf dieser Seite nicht weitergelesen.

2

Wetterfenster wählen

Der First ist während der Arbeit offen. Es braucht mindestens einen trockenen Tag, besser zwei, und kein Gewitterrisiko. Eine Plane zum Abdecken gehört griffbereit auf das Dach.

🔴 Vor dem ersten Griff: Baujahr klären. Am First sitzen bei älteren Dächern Formteile, Anschlussbänder und Firstkappen, die aus Faserzement bestehen können. Material aus der Zeit bis einschließlich 1993 gilt bis zum Nachweis des Gegenteils als asbestverdächtig — dann wird nicht gesägt, gebohrt, gebrochen, abgeschliffen oder mit dem Hochdruckreiniger gearbeitet. Geklärt wird das zuerst über die Bau- und Produktunterlagen; reichen sie nicht, folgt eine Materialprobe im Labor, die Probe nicht durch Absägen nehmen; Umgang, Demontage und Entsorgung nach TRGS 519 durch einen dafür qualifizierten und ausgerüsteten Fachbetrieb.

3

Firstziegel abnehmen

Vorsichtig lösen, unbeschädigte zur Seite legen — sie lassen sich oft wiederverwenden, wenn sie sauber sind und nicht gerissen. Reihenfolge und Ausrichtung merken.

4

Alten Mörtel entfernen

Vollständig, auch die Reste auf den Ziegeln der obersten Reihe. Mit Hammer und Meißel, ohne die darunterliegenden Ziegel zu treffen. Staubig — Staubmaske und Schutzbrille.

5

Oberste Ziegelreihe prüfen

Beschädigte Ziegel jetzt tauschen (→ Anleitung Einzelne Dachziegel austauschen). Später kommt man nicht mehr heran, ohne den First wieder zu öffnen.


Phase 2: Trockenfirst aufbauen

6

Firstlattenhalter setzen

Auf den Sparren oder auf der Konterlattung, im vom Hersteller vorgegebenen Abstand, mit Edelstahlschrauben.

7

Firstlatte auflegen und Höhe einstellen

Der wichtigste Schritt — siehe nächster Abschnitt. Mit einer gespannten Schnur über die gesamte Firstlänge ausrichten, damit die Latte gerade läuft und nicht durchhängt.

8

Firstband verlegen

Mittig über die Latte, Schutzfolie abziehen, aufkleben. Dann die seitlichen Streifen in die Ziegelkontur drücken — in jede Welle, in jede Mulde. Das ist Handarbeit und entscheidet über die Regensicherheit: Ein Firstband, das nur oben aufliegt und die Kontur überbrückt, lässt Schlagregen und Flugschnee durch. Der Untergrund muss sauber und trocken sein, sonst hält der Kleber nicht.

9

Firstziegel auflegen

Von einer Seite beginnen, in Richtung der Hauptwetterseite überlappend — der offene Stoß zeigt vom Wetter weg.

10

Jeden Firstziegel klammern

Klammer ansetzen, an der Firstlatte befestigen. Jeden, ohne Ausnahme.

11

Firstende schließen

Endscheibe oder Anfangsziegel setzen.

12

Traufe prüfen

Lüftungsgitter frei? Wenn nein, jetzt reinigen — die Strömung braucht beide Enden.


Phase 3: Abschluss und Kontrolle

13

Kontrolle

Sitzt jeder Firstziegel fest? Liegt das Firstband überall in der Kontur? Von unten im Dachraum kontrollieren: Kommt irgendwo Licht durch, das vorher nicht da war?

Die Firstlattenhöhe — das entscheidende Maß

Die Firstlatte muss in genau der richtigen Höhe liegen, und das ist die Stelle, an der laienhaft ausgeführte Trockenfirste scheitern.
Zu hoch
Der Firstziegel setzt auf der Latte auf, bevor er auf den Flächenziegeln aufliegt. Er steht dann auf der Latte und schwebt über der Deckung — das Firstband bekommt keinen Kontakt zur Ziegelkontur, oder der Ziegel drückt auf die Deckung darunter. Ergebnis: undicht.
Zu niedrig
Der Firstziegel liegt sauber auf der Deckung, aber die Latte liegt zu weit darunter. Die Klammer erreicht sie nicht richtig, greift ins Leere oder steht unter Spannung, der Firstziegel wackelt. Ergebnis: Der erste Sturm nimmt ihn mit.
Richtig ist die Höhe,
bei der der Firstziegel gleichzeitig sauber auf der Deckung aufliegt und die Firstlatte für die Klammer erreicht — und bei der das Firstband in seiner ganzen Breite Kontakt zur Ziegelkontur bekommt.
Das Maß hängt von Ziegelmodell, Firstziegelform und Dachneigung ab und steht in der Verlegeanleitung des Ziegelherstellers. Es lässt sich nicht schätzen. Deshalb die höhenverstellbaren Halter: Man legt einen Firstziegel probeweise auf, prüft den Sitz, justiert nach — an mehreren Stellen über die Firstlänge, weil ein alter Dachstuhl selten überall gleich hoch ist.

Praxistipp

Diese Probe wird vor dem Verlegen des Firstbands gemacht, nicht danach. Ein einmal aufgeklebtes Band lässt sich nicht mehr sauber umsetzen.
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Einzelne Firstziegel ersetzen

Wenn nur ein Firstziegel gebrochen ist und der Rest in Ordnung ist:
Beim Trockenfirst
ist das einfach: Klammer lösen, Ziegel abnehmen, neuen auflegen, klammern. Dabei prüfen, ob das Firstband an dieser Stelle noch haftet und unbeschädigt ist.
Beim Mörtelfirst
entscheidet der Zustand des übrigen Firsts — und hier gehört die Aussage von weiter oben präzisiert: „Nachmörteln ist die falsche Antwort" gilt für einen First, der flächig rissig ist und dessen Mörtel sich löst. Für einen einzelnen Schaden in einem sonst intakten Mörtelfirst ist die örtliche, fachgerechte Reparatur sehr wohl richtig.
Die Entscheidungsregel lautet deshalb:
  • Bestand tragfähig, Schaden örtlich → einzelnen Firstziegel neu
einmörteln — und mechanisch sichern. Auch im Mörtelbett gehört der Firstziegel geklammert beziehungsweise verhakt; der Mörtel allein ist keine Windsogsicherung. Sonst entsteht genau die Sollbruchstelle, vor der diese Seite beim Trockenfirst warnt. Der frische Mörtel arbeitet zwar anders als der alte daneben und reißt an dieser Grenze zuerst wieder auf — aber das ist eine Naht, kein Dach.
  • Mörtel flächig rissig, Ziegel lose, Fugen ausgewaschen → nicht
flicken, sondern den ganzen First auf Trockenfirst umbauen.
Weil der First ohnehin nur mit Gerüst erreichbar ist, lohnt die zweite Variante fast immer, sobald mehr als eine Stelle betroffen ist.

In beiden Fällen

Das Firstziegelmodell muss zur Deckung passen. Firstziegel verschiedener Hersteller haben unterschiedliche Radien und Längen und decken sich nicht sauber. Die Modellbestimmung läuft wie bei den Flächenziegeln — Ziegel umdrehen, Prägung lesen.

Wenn Modulträger in Firstnähe sitzen

Wenn eine Photovoltaikanlage auf dem Dach liegt

Unter einem Modulfeld kommt man an die Deckung nicht heran, ohne Module abzunehmen — und das ist keine Laienarbeit. Die DC-Seite eines Moduls bleibt spannungsführend, solange Licht darauf fällt, auch bei abgeschaltetem Wechselrichter. Demontage und Remontage gehören zur Solarfirma und sind ein eigenes Gewerk mit eigenem Termin und eigenen Kosten.
Am First kommt hinzu: Modulträger und Verkabelung liegen häufig genau dort, wo die Firstlatte gesetzt werden muss. Das gehört vor Arbeitsbeginn geklärt — nicht, wenn der First schon offen ist.

Der Grat

Der Grat ist die geneigte Kante an einem Walmdach — dort, wo zwei Dachflächen aufeinandertreffen. Er wird nach demselben Prinzip gedeckt wie der First: Gratlatte auf Haltern, Gratband, Gratziegel, Gratklammern.
Zwei Unterschiede: Der Grat ist geneigt, das Wasser läuft also an ihm entlang nach unten — die Bänder müssen von oben nach unten überlappen, damit Wasser nicht in einen Stoß läuft. Und die Flächenziegel müssen am Grat auf Gehrung geschnitten werden. Das ist Schneidarbeit an Ton oder Beton, staubig und nicht ohne Übung.
Am unteren Ende trifft der Grat auf die Traufe, am oberen auf den First — beide Anschlusspunkte brauchen Formteile. Ein selbstgebastelter Anschluss von Grat zu First ist eine der zuverlässigsten Undichtigkeiten am Dach.

Die häufigsten Fehler am First

FehlerFolge
Mörtel nachgeschmiert statt umgebautreißt in wenigen Jahren wieder auf
First dicht verschlossenEntlüftung blockiert, Feuchte im Dachaufbau, Schimmel am Holz
Firstlatte zu hochFirstziegel sitzt auf der Latte auf statt auf der Deckung, Band ohne Konturkontakt, undicht
Firstlatte zu niedrigKlammer erreicht die Latte nicht richtig, Ziegel wackelt, fliegt bei Sturm
Firstband nicht in die Ziegelkontur gedrücktSchlagregen und Flugschnee kommen unter den First
Firstband auf feuchten oder verschmutzten Untergrund geklebtlöst sich, oft schon im Winter
Nicht jeder Firstziegel geklammerteinzelne fliegen — und schlagen beim Fallen Löcher in die Fläche
Firstende offen gelassenWind fährt in die Firstreihe
Firstziegel gegen die Wetterrichtung überlapptWasser wird in die Stöße getrieben
Traufbelüftung nicht geprüftStrömung fehlt trotz freiem First
Oberste Ziegelreihe nicht kontrolliertbeschädigte Ziegel bleiben unter dem neuen First liegen
First bei unsicherem Wetter geöffnetRegen läuft in den offenen First direkt in den Dachraum

Was der Trockenfirst je Meter kostet

Die Materialkosten für einen Trockenfirst sind überschaubar: Halter, Latte, Band, Klammern und gegebenenfalls neue Firstziegel, gerechnet auf laufende Meter Firstlänge. Der größere Posten ist der sichere Zugang — Gerüst oder Hubsteiger. Wer diesen Aufwand ohnehin betreibt, sollte alle Arbeiten am Dach in einem Zug erledigen.
Firstsystem und Zubehör16,50–43,35 €/Stk.
40 aktive Artikel: Firstlattenhalter, Rollenband, Klammern.
Firstziegel15,45–38,15 €/m²
Passend zum Deckmaterial, aus dem Ziegelsortiment.
Preise aus dem Franke-Sortiment, Stand 24. August 2026, brutto. Spannen über die aktiven Artikel der jeweiligen Warengruppe — Ausführung und Größe bestimmen, wo man darin landet.
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Was beachtet werden muss

Absturz — hier stärker als anderswo
Der First hat auf beiden Seiten Absturzkante und ist der höchste Punkt des Gebäudes. Es gibt keine Position, in der man sich sicher abstützen kann. Den Vorrang hat die technische Sicherung: Gerüst mit Dachfanglage oder Arbeitsbühne. Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz mit tragfähigem Anschlagpunkt kommt erst dort in Betracht, wo eine solche Sicherung nicht möglich oder nicht geeignet ist — sie ersetzt den sicheren Standplatz nicht, sondern fängt den Sturz auf. Kein Anschlagpunkt ist dabei der Schornstein. Am Wohnhausdach gehört diese Arbeit in die Hände eines Fachbetriebs — auch für erfahrene Heimwerker.
Das offene Dach
Während der Arbeit ist der First offen: eine durchgehende Öffnung über die ganze Firstlänge, direkt in den Dachraum. Ein Regenschauer bringt in kurzer Zeit erhebliche Wassermengen hinein. Wetterbericht prüfen, Plane bereithalten, nicht mehr Firstlänge öffnen, als an einem Tag geschafft wird.
Staub
Das Abschlagen des alten Mörtels erzeugt viel mineralischen Staub. Staubmaske und Schutzbrille. Der Bauschutt wird nicht vom Dach geworfen, sondern in Eimern abgeseilt oder in einen Schuttcontainer geleitet.
Materialpassung
Firstziegel, Firstband, Klammern und Deckung müssen zueinander passen. Die Bandbreite richtet sich nach der Ziegelkontur, die Klammer nach Ziegel und Lattenstärke. Systemteile eines Herstellers passen zusammen; quer gemischt nicht zwingend.
Korrosion
Alle Metallteile am First in Edelstahl oder gleichwertig. Der First ist der am stärksten bewitterte Punkt des Dachs, und eine gerissene Klammer nach zehn Jahren gibt genau den Firstziegel frei, der dann fällt.
Regelwerk
Für die Ausführung von Firsten und Graten gelten die Fachregeln des Dachdeckerhandwerks. Sie sind bei Streitfragen der Maßstab — auch bei Eigenleistung.
Gewährleistung und Versicherung
Ein selbst umgebauter First ist eine Eigenleistung ohne Gewährleistung. Nach einem Sturmschaden kann die Versicherung fragen, wer den First ausgeführt hat. Die Verlegeanleitungen und Rechnungen aufbewahren.
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