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Von Franke Baustoffe
24. Aug. 2026 11 Min. Lesezeit

Dachplatten im Vergleich: welche Platte wohin

Bitumenwellplatte, Kunststoff, Polycarbonat, Blech oder Faserzement — was Gewicht, Lichtdurchlässigkeit und Untergrund je nach Bauwerk vorgeben
„Dachplatte“ ist ein Sammelbegriff für sehr verschiedene Bauteile. Welche wohin gehört, entscheidet sich an drei Größen: Neigung, Auflagerabstand und der Frage, ob Licht durchkommen soll.
6 Zeilen im Vergleich
11 Kapitel

Welche Plattenarten fürs Dach infrage kommen

„Dachplatte" ist ein Sammelbegriff für großformatige, flächige Deckungsmaterialien — im Unterschied zum Einzelziegel, der in Reihen verlegt wird. Darunter fallen mehrere Werkstoffgruppen, die technisch wenig gemeinsam haben außer der Verlegeform: Wellplatten aus Bitumen oder Kunststoff, Stegplatten aus Polycarbonat, Bleche in Trapez- oder Wellform und Faserzementplatten. Dazu kommt als Sonderfall die Bitumenschindel — sie ist keine steife Platte, sondern ein flexibles Einzelelement, das vollflächig auf Schalung genagelt wird, und folgt damit einer eigenen Logik.
Die Auswahl beginnt nicht bei der Platte, sondern beim Bauwerk: Wie stark ist die Neigung, wie tief sind die Sparren oder Pfetten, soll Licht durchkommen, und wie sieht die vorhandene oder geplante Unterkonstruktion aus. Erst danach lässt sich die Werkstoffgruppe eingrenzen — der Rest ist Detailfrage der jeweiligen Materialseite.

Die Begriffe im Überblick

Plattenarten
7 Begriffe
Bitumenwellplatte · Kunststoffwellplatte · Polycarbonat-Stegplatte · Trapezblech · Wellblech · Faserzementplatte · Bitumenschindel
Vergleichskriterien
8 Begriffe
Flächengewicht · Lichtdurchlässigkeit · Regeldachneigung · System-Mindestneigung · Untergrund Unterkonstruktion · Verlegeaufwand · Lebensdauer · Alterungsverhalten
Bauwerke
6 Begriffe
Carport · Gartenhaus · Terrassenüberdachung · Anbau · Stall · Nebengebäude

Unser Wellplatten Sortiment 48 Produkte

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Die Plattenarten im direkten Vergleich

Die Bitumenwellplatte ist die leichteste und gutmütigste der drei. Sie ist opak, verzeiht kleinere Unregelmäßigkeiten der Unterkonstruktion und lässt sich mit einfachem Werkzeug zuschneiden. Ihre Domäne sind Bauwerke, bei denen kein Licht durch das Dach fallen muss und ein wirtschaftlicher Wetterschutz im Vordergrund steht.
Die Kunststoffwellplatte — meist aus PVC — ist ähnlich leicht, aber in zwei Ausführungen erhältlich: opak oder transluzent. Sie ist chemisch widerstandsfähiger als Bitumen und wird dort eingesetzt, wo etwas Licht gewünscht ist, ohne dass es die mechanische Stabilität einer Stegplatte braucht.
Die Polycarbonat-Stegplatte ist keine Wellplatte, sondern eine Hohlkammerplatte mit deutlich höherer möglicher Lichtdurchlässigkeit und höherer mechanischer Belastbarkeit. Sie wird nicht direkt verschraubt, sondern in eigene Verlegeprofile eingesetzt — Aufbau, Stärken und die kritischen Stirnseiten stehen in Stegplatten.

Trapezblech, Wellblech und Faserzementplatte als Alternativen

Trapezblech trägt seine Stabilität im Profil selbst: Die Kantung wirkt wie ein Träger und erlaubt größere Pfettenabstände als die anderen Plattenarten hier. Es ist opak, hält bei intaktem Korrosionsschutz lange durch und braucht an jeder Schnittkante eine saubere Nachbehandlung, weil dort der Zinküberzug unterbrochen ist. Wellblech funktioniert nach demselben Prinzip mit geringerer Profilhöhe — dadurch weniger tragfähig, aber unauffälliger im Erscheinungsbild und oft mit einer Ziegeloptik versehen. Beide Blecharten im Detail: Blechdach in Ziegeloptik.
Die Faserzementplatte ist die schwerste Gruppe in diesem Vergleich: mineralisch gebunden, formstabil, unempfindlich gegen UV-Strahlung. Anders als bei den übrigen Werkstoffen stellt sich hier bei Bestandsflächen eine Frage, die vor jeder weiteren Überlegung geklärt sein muss — dazu Abschnitt 9.
Die Bitumenschindel gehört systematisch nicht zu den steifen Platten: Sie wird als Einzelelement auf eine Schalung mit Bitumen-Unterlage genagelt und braucht deshalb eine andere Unterkonstruktion als jede Platte in diesem Vergleich. Wo sie sinnvoll ist, richtet sich nach Dachform und Neigung, nicht nach diesem Vergleich.

Gewicht, Lichtdurchlässigkeit und Mindestneigung im Überblick

Die folgende Tabelle ordnet die Werkstoffe ein. Gewicht und Lichttransmissionsgrad hängen von Ausführung und Stärke ab und stehen produktspezifisch in der Verlegeanleitung. Bei der Neigung stehen zwei Zahlen, wo sie systemübergreifend belegt sind — links die Regeldachneigung, rechts die harte Grenze.
WerkstoffGewichtLichtdurchlässigkeitNeigung: Regel / hartUntergrundVerlegeaufwand
Bitumenwellplatteleichtkeine (opak)10° (bis 10 m Sparren) bzw. 15° / 3° unter der RDN, also 7° bzw. 12°Lattung oder Schalunggering
Kunststoffwellplatteleichtje nach Ausführung opak oder transluzentnach Verlegeanleitung des ProfilsLattung oder Schalunggering
Polycarbonat-Stegplatteleicht bis mittelhoch bis sehr hochSystemgefälle, keine UnterschreitungSparren mit Verlegeprofilenmittel
Trapezblechmittelkeine (opak)7° / 3°Pfetten mit größerem Abstand möglichmittel
Wellblechmittelkeine (opak)nach Verlegeanleitung des ProfilsPfetten oder Lattungmittel
Faserzementplatteschwerkeine (opak)9–14° je Sparrenlänge (Eternit) / 5° nach FachregelLattung, tragfähig ausgelegthöher
Wo zwei Zahlen stehen, entscheidet die Unterscheidung über die Materialwahl. Die Regeldachneigung ist der Wert, ab dem die Deckung ohne Zusatzmaßnahme trägt; sie darf unterschritten werden, wenn die Verlegeanleitung des Produkts eine Maßnahme dafür vorsieht. Die System-Mindestneigung darunter ist die harte Grenze: Wird sie unterschritten, ist es das falsche Material für dieses Dach — nicht ein Material mit erhöhtem Risiko.
Die Stegplatte fällt aus dieser Systematik heraus, weil sie kein Überdeckungssystem ist: Sie liegt in einer Länge von der Traufe bis zum First, es gibt keine Naht, an der sich etwas vergrößern ließe. Dort gilt allein das Systemgefälle.

Zur Begriffsklärung

Auch Platten und Bleche haben eine Regeldachneigung — der oft gehörte Satz, das gebe es nur bei Ziegeln, stimmt nicht. Bei Faserzement-Wellplatten steigt die Regeldachneigung mit der Sparrenlänge — die Eternit-Standardprofile nennen 9° bis 14°, andere Profile haben eigene Werte; Bitumenwellplatten liegen bei 10° beziehungsweise 15°, Trapezblech und Doppelstehfalz nach Fachregel bei 7°. Unterschritten werden darf sie überall, aber nur mit der Maßnahme, die in der Anleitung dieses Produkts steht — Dichtungsprofil, verklebte Unterspannbahn, Vollschalung, vergrößerte Querüberdeckung.
Darunter liegt die System-Mindestneigung, und die ist hart. Bei Faserzement nennt das Fachregelwerk 5°, bei Bitumenwellplatten darf die Regeldachneigung um höchstens 3° unterschritten werden; das jeweilige Profil kann enger sein. Bei Trapezblech und Doppelstehfalz liegt sie bei 3°. Dort endet jede Zusatzmaßnahme, und es ist das falsche Material für dieses Dach. Für beide gibt es eine ZVDH-Fachregel — für Ziegel und Steine die fünf Klassen der Zusatzmaßnahmen, für Faserzement-, Bitumenwell- und Metalldeckungen jeweils eigene. Die Verlegeanleitung des Produkts konkretisiert den Rahmen und darf strenger sein, nicht großzügiger. Die Zahlen in der Tabelle sind deshalb Systemwerte, keine allgemeine Vorgabe.

Welche Platte auf welches Bauwerk gehört

Beim Carport entscheidet meist die Neigung: Viele Carportdächer sind flach geneigt, dort scheiden Werkstoffe mit hoher Mindestneigung von vornherein aus. Trapezblech und Polycarbonat-Stegplatte decken diesen Bereich am häufigsten ab — Blech, wenn Licht keine Rolle spielt, Stegplatte, wenn der Stellplatz darunter nicht dunkel wirken soll.
Das Gartenhaus verlangt selten Lichtdurchlässigkeit und selten eine große Spannweite. Hier sind Bitumenwellplatte und Kunststoffwellplatte die wirtschaftliche Wahl, solange die vorgesehene Neigung eingehalten wird.
Bei der Terrassenüberdachung steht Licht meist im Vordergrund — dafür ist die Polycarbonat-Stegplatte der übliche Werkstoff. Das Tragwerk selbst, also die Pfosten und Träger, gehört nicht zum Sortiment; Franke liefert die Eindeckung dazu und rechnet auf Wunsch aus dem Aufmaß mit, was an Platten und Profilen gebraucht wird.

Anbau und Stall: größere Flächen, andere Anforderungen

Bei einem Anbau an ein bestehendes Gebäude ist die naheliegende Lösung oft, an die vorhandene Deckung anzuschließen — gleicher Werkstoff, gleiche Optik, ein sauberer Übergang am First oder an der Wand. Wo der Anbau eine andere Funktion bekommt, etwa als lichtdurchflutete Erweiterung, wird bewusst gewechselt — dann gilt Abschnitt 8.
Beim Stall zählen andere Kriterien: Reinigungsfähigkeit, Widerstandsfähigkeit gegen Ammoniakdämpfe und mechanische Robustheit gegen Stöße. Faserzementplatten und Trapezblech werden hier häufiger verbaut als lichtdurchlässige Werkstoffe, weil Nutztierhaltung selten auf Tageslicht durchs Dach angewiesen ist und robuste Flächen im Betrieb weniger Aufwand machen.
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Lebensdauer und Alterung der einzelnen Werkstoffe

Die Werkstoffe altern unterschiedlich, und keiner davon ist wartungsfrei im Sinne von unveränderlich:
  • Bitumenwellplatte kann unter UV-Einwirkung über die Jahre an
Elastizität verlieren und spröder werden — wie schnell, hängt von der Ausführung ab.
  • Kunststoffwellplatte kann je nach UV-Stabilisierung mit der Zeit
vergilben; hochwertigere Ausführungen sind dagegen besser geschützt.
  • Polycarbonat-Stegplatte hält mit intakter UV-Schutzschicht deutlich
länger als ohne — welche Seite diese Schicht trägt, steht auf der Folie und in Stegplatten.
  • Blech hält, solange der Korrosionsschutz hält. Die Schwachstelle sind
unbehandelte Schnittkanten, nicht die Fläche selbst.
  • Faserzementplatte ist witterungsstabil und verändert im Wesentlichen
nur die Oberfläche — Verwitterung, teils Bemoosung —, nicht die Substanz.
Konkrete Nutzungsdauern nennt der jeweilige Hersteller; sie hängen an Ausführung, Lage und Wartung und lassen sich nicht pauschal beziffern.

Was beim Wechsel der Materialgruppe statisch zu prüfen ist

Wer bei einer Sanierung die Werkstoffgruppe wechselt — etwa von einer leichten Wellplatte zu einer schwereren Faserzementplatte, oder umgekehrt von Blech zu einer lichtdurchlässigen Stegplatte —, verändert mehr als nur die Optik.
Drei Punkte gehören vor die Bestellung, nicht danach:
01
Trägt die vorhandene Unterkonstruktion das neue Flächengewicht?
Der Wechsel zu einem schwereren Werkstoff erhöht die Last auf Sparren, Pfetten und Lattung — bei Schnee zusätzlich.
02
Passt der Sparren- oder Pfettenabstand zur zulässigen Stützweite der neuen Platte?
Und liegt die vorhandene Dachneigung über der System-Mindestneigung des Profils? Beides sind eigene Grenzwerte, die unabhängig voneinander gelten und in der Verlegeanleitung stehen.
03
Ist der Untergrundtyp der richtige?
Lattung, durchgehende Schalung oder freitragende Pfetten sind nicht austauschbar — eine Stegplatte braucht andere Auflager als eine Faserzementplatte.
Diese Prüfung ist Sache des Tragwerksplaners oder Zimmerers, sobald ein Zweifel besteht. Ein neues Dach, das schwerer ist als das alte, verzeiht keine Bauchentscheidung.

Faserzementplatten im Bestand: die Asbestfrage vor jedem Eingriff

Faserzementplatten, die bis einschließlich 1993 eingebaut wurden, gelten bis zum Nachweis des Gegenteils als asbestverdächtig. Das betrifft nicht nur graue Wellplatten, sondern auch flache Faserzement-Dachplatten in jeder Form. Maßgeblich ist genau genommen der Baubeginn des Objekts: Wurde bis einschließlich 31. Oktober 1993 mit dem Bau begonnen, ist mit Asbest zu rechnen; bei später erneuerten Bauteilen zählen deren eigene Einbau- und Produktnachweise.
Geklärt wird das zuerst über die Unterlagen: Verlässliche Bau- und Produktnachweise räumen den Verdacht aus. Reichen sie nicht, folgt eine Materialprobe im Labor — die Probe wird nicht durch Absägen genommen, weil genau das Fasern freisetzt. Umgang, Demontage und Entsorgung laufen nach TRGS 519 über einen dafür qualifizierten und ausgerüsteten Fachbetrieb. Diese Frage steht vor dem ersten Eingriff: vor dem Abriss, vor der Probebohrung, vor der Reinigung — nicht erst, wenn die Platten schon auf dem Boden liegen.

Schiefer, Ziegel und Bahnen als Grenzfälle dieser Seite

Wer statt einer Platte einen Werkstoff mit Einzelelementen sucht, findet die passenden Seiten woanders: Schiefer wird nach Deckarten unterschieden und ist Handwerk, kein Plattenzuschnitt — Schieferdach. Dachziegel folgen einer eigenen Systematik aus Lattweite und Verschiebebereich — Dachziegel-Arten im Überblick. Bahnen — Dachpappe, Unterspannbahn — haben ein eigenes, produktspezifisches Mindestgefälle, das sich nicht mit der System-Mindestneigung einer Platte vergleichen lässt.

Was eine Dachplatte je Quadratmeter kostet

Dachplatten werden überwiegend nach Quadratmetern gehandelt; der Preis hängt am Werkstoff, an der Stärke oder Profilhöhe und bei Polycarbonat zusätzlich an der UV-Schutzschicht. Die Spanne zwischen den Werkstoffgruppen ist größer als innerhalb einer Gruppe — der Werkstoff entscheidet stärker über den Preis als die Marke.
Wellplatten13,92–145,99 €/Stk.
37 Artikel in Bitumen und Kunststoff.
Stegplatten30,87–128,38 €/Stk.
20 Artikel, nach Stärke und Kammeraufbau.
Trapezblech10,50–23,80 €/m²
13 Profile mit Quadratmeterpreis.
Preise aus dem Franke-Sortiment, Stand 24. August 2026, brutto. Spannen über die aktiven Artikel der jeweiligen Warengruppe.
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Was beachtet werden muss

Zwei Neigungswerte, und nur der untere ist hart
Die Regeldachneigung darf mit der in der Verlegeanleitung genannten Maßnahme unterschritten werden — bei der Faserzementplatte etwa mit Dichtungsprofil, beim Trapezblech mit vergrößerter Querüberdeckung und Dichtband. Erst unterhalb der System-Mindestneigung (bei Wellplatten nach Fachregel und Anleitung, 3° bei Trapezblech und Doppelstehfalz) ist es das falsche Material — nicht eine riskantere Variante desselben Materials.
Betreten der Dachfläche
Keine der hier verglichenen Platten ist als Lauffläche gedacht. Well- und Kunststoffplatten können ohne Vorwarnung durchbrechen, Faserzementplatten sind spröde. Gearbeitet wird von Gerüst, Arbeitsbühne oder Laufbohle aus; die Leiter ist ein Zugangsmittel, kein Arbeitsplatz für Arbeiten, die sich über Fläche ziehen.
Technische Sicherung hat dabei Vorrang vor persönlicher Schutzausrüstung: Gerüst, Arbeitsbühne oder Laufbohle zuerst. Ein Auffangsystem ersetzt den sicheren Standplatz nicht — es fängt den Sturz auf, es verhindert ihn nicht.
Statik beim Wechsel
Vor dem Wechsel der Materialgruppe steht die Prüfung der Unterkonstruktion durch einen Fachbetrieb oder Tragwerksplaner — siehe Abschnitt 8.
Asbestverdacht bei Faserzement
Bei Bestandsflächen bis einschließlich 1993 gilt die Asbestfrage als ungeklärt, bis verlässliche Bau- und Produktunterlagen oder eine Materialprobe im Labor das Gegenteil zeigen. Diese Frage steht vor jedem Eingriff.
Gewährleistung
Die Verlegeanleitung des jeweiligen Herstellers ist Teil der Produktzusage. Wer unterhalb der angegebenen Mindestneigung oder auf einem nicht vorgesehenen Untergrund verlegt, verliert im Schadensfall das Argument.
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