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Von Franke Baustoffe
24. Aug. 2026 10 Min. Lesezeit

Blechdach in Ziegeloptik: Profile und Aufbau

Trapezblech, Stehfalz oder Dachpaneel – welches Profil, welcher Werkstoff und worauf beim Anschluss an andere Metalle zu achten ist
Ein Dachpfannenprofilblech sieht aus wie eine Ziegeldeckung und verhält sich wie ein Blechdach. Wer das verwechselt, unterschätzt vor allem zwei Dinge: die Kondensatbildung und die Ausdehnung.
5 typische Fehler
9 Kapitel

Fünf Profile: von Trapezblech bis zur Ziegeloptik

„Blechdach" ist ein Sammelbegriff für sehr unterschiedliche Profile, und sie unterscheiden sich nicht nur optisch, sondern in Montageart und Einsatzgebiet.
Trapezblech
hat eckige, hochgezogene Rippen, ist leicht, wirtschaftlich und die übliche Wahl für Carport, Halle und Nebengebäude. Wellblech oder Sinusprofil trägt dieselbe Idee in einer runden Wellenform – etwas weicher in der Optik, konstruktiv mit Trapezblech vergleichbar.
Stehfalz
verzichtet auf sichtbare Schrauben in der Fläche: Die Blechbahnen werden an hochstehenden Falzkanten mechanisch ineinander verschlossen. Das ist die Ausführung für Wohngebäude, geschwungene Dachformen und Flächen, bei denen keine Schraubenreihen sichtbar sein sollen. Klick-Falz ist die für die Eigenleistung zugänglichere Variante desselben Prinzips – die Bahnen werden ineinandergeklickt statt handwerklich gefalzt.
Dachpaneele in Ziegeloptik
bilden mit einer geprägten Blechoberfläche das Deckbild von Dachziegeln nach, bleiben dabei aber leicht wie ein Blechdach. Sie sind die Antwort auf die Frage, wie ein Bestandsdach mit geringer Tragfähigkeit optisch wie eine Ziegeldeckung aussehen kann, ohne deren Gewicht zu tragen.
Zur Begriffsklärung
Der Blechhersteller gibt zwei Zahlen an, und sie werden regelmäßig verwechselt. Die Regeldachneigung ist die Neigung, ab der das Profil ohne Zusatzmaßnahme trägt — bei Trapezblech und beim Doppelstehfalz jeweils 7°. Sie darf unterschritten werden, wenn die Anleitung des Profils sagt, wodurch: Dichtbänder, vergrößerte Querüberdeckung, beim Falz ein Falzdichtungsband. Die System-Mindestneigung darunter — bei beiden Systemen 3° — ist die harte Grenze. Erst dort hilft weder größere Überdeckung noch Dichtband, und dann ist es das falsche Profil für dieses Dach.

Die Begriffe im Überblick

Profile
6 Begriffe
Trapezblech · Wellblech · Sinusprofil · Stehfalz · Klick-Falz · Dachpaneel in Ziegeloptik
Werkstoffe
4 Begriffe
verzinkter Stahl · Aluminium · Titanzink · Kupfer
Beschichtung
4 Begriffe
Polyester-Beschichtung · Farbbeschichtung · Farbstabilität · Kreidung

Unser Dachpfannenprofilbleche Sortiment 19 Produkte

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Werkstoffe im Vergleich: Stahl, Aluminium, Zink, Kupfer

Verzinkter Stahl mit Beschichtung
ist der wirtschaftliche Standard – die Verzinkung schützt vor Korrosion, die Farbbeschichtung sorgt für Optik und zusätzlichen Schutz. Er ist die übliche Wahl bei Trapezblech und Sinusprofil.
Aluminium
ist deutlich leichter, korrodiert unter normalen Bedingungen nicht durch, lässt sich gut einfärben und eignet sich besonders für lange Bahnen ohne Zwischenstoß – ein Vorteil, den auch Regenrinnen aus Aluminium nutzen.
Titanzink
ist die klassische Wahl für Stehfalzdächer mit natürlicher, sich mit der Zeit verändernder Patina. Es ist witterungsbeständig, aber empfindlich gegenüber bestimmten Nachbarmetallen – dazu mehr in Abschnitt 7.
Kupfer
ist die langlebigste und teuerste der vier Varianten, mit der charakteristischen grünen Patina nach längerer Bewitterung. Es hält sehr lange, ist aber die Werkstoffgruppe, bei der die Reihenfolge zu anderen Metallen im Aufbau am sorgfältigsten geprüft werden muss.
Für die Auswahl heißt das in der Praxis: verzinkter Stahl, wo ein wirtschaftliches, farblich gestaltbares Dach reicht. Aluminium, wo Gewicht zählt oder das Dach eine geschwungene, ungewöhnliche Form hat. Titanzink und Kupfer, wo die Patina und die lange Lebensdauer eines Metalldachs ausdrücklich gewünscht sind – meist in Verbindung mit einem Stehfalz- oder Klick-Falz-Profil, seltener bei einem einfachen Trapezblech.

Beschichtung und Farbstabilität

Die Beschichtung ist mehr als Farbe. Eine Polyester-Beschichtung schützt den verzinkten Stahl zusätzlich vor Bewitterung und UV-Einstrahlung und bestimmt, wie lange der Farbton stabil bleibt, bevor er verblasst oder kreidet.
Wie lange eine Beschichtung ihre Farbe hält, hängt von der Qualität der Beschichtung, der Ausrichtung der Fläche zur Sonne und der Umgebung ab – eine belastbare Aussage dazu steht ausschließlich im Datenblatt des Herstellers, nicht in einer allgemeinen Regel. Aluminium und Titanzink kommen dagegen häufig unbeschichtet zum Einsatz; ihre Optik verändert sich über die Zeit durch eine natürliche Oxidschicht statt durch das Nachlassen einer Farbschicht.
Bei Reparaturen oder Kratzern im Bestand gilt: Ausbesserungslack schließt die Beschichtung an der beschädigten Stelle wieder, ersetzt aber nicht die werkseitige Vorbehandlung. Wer großflächig nacharbeiten muss, sieht den Unterschied zwischen Original und Ausbesserung meist auch nach dem Streichen noch – das ist bei der Erwartung an das Ergebnis einzuplanen.

Kondenswasser und Regengeräusch: was unter dem Blech ankommt

Metall leitet Temperaturunterschiede sehr direkt. Kühlt sich die Blechunterseite nachts stärker ab als die Luft im Raum darunter, schlägt sich Feuchtigkeit an ihr nieder – Kondenswasser, das ohne Gegenmaßnahme abtropft und leicht für ein Leck gehalten wird, obwohl das Dach dicht ist.
Ein Antikondensvlies auf der Blechunterseite puffert diese Feuchte und gibt sie verzögert wieder ab, statt sie abtropfen zu lassen. Seine Aufnahmefähigkeit ist aber begrenzt: Ohne ausreichende Luftführung, die das Vlies zwischendurch abtrocknen lässt, ist es irgendwann gesättigt und tropft doch. Es ersetzt keine Belüftungs- und Feuchteschutzplanung, es verschafft ihr Zeit. Es dämpft außerdem etwas das Regengeräusch – das charakteristische Trommeln bei starkem Regen, das unter einem ungedämmten Blechdach deutlich hörbar ist. Ganz verschwindet das Geräusch dadurch nicht; wer eine ruhige Fläche darunter braucht, etwa über einer Terrasse oder einem Aufenthaltsraum, sollte das bei der Materialwahl von Anfang an einplanen, nicht nachträglich nachrüsten wollen.

Neigung: Regelfall, Zusatzmaßnahme, harte Grenze

Wie bei jeder Deckung gibt es auch beim Blech beides — eine Regeldachneigung, die sich mit der vorgesehenen Maßnahme unterschreiten lässt, und darunter eine System-Mindestneigung, die hart ist.
Beim Trapez- und Profilblech liegt die Regeldachneigung bei 7°; für Wellblech gilt die Angabe des jeweiligen Profils. Zwischen 5° und 7° verlangt die Anleitung eine auf 200 mm vergrößerte Querüberdeckung mit Dichtband im Stoß, unterhalb von 7° zusätzlich eine durchgehende Längsstoßdichtung. Zwischen 3° und 5° ist die Deckung nur noch ohne Querstoß und ohne Durchdringung freigegeben — praktisch also nur dort, wo eine Tafel von der Traufe bis zum First reicht.
Beim Doppelstehfalz wird ebenfalls mit 7° gearbeitet — dieser Wert samt der Unterschreitung mit Falzdichtungsband ist für RHEINZINK belegt und gilt nicht ohne Weiteres für ein anderes System. Die Mindestneigung bei 3°. Im Bereich dazwischen gehört ein Falzdichtungsband oder -gel in den Falz; manche Systemdetails verlangen zusätzlich eine bituminöse Unterdeckbahn.
Bei ist bei beiden Schluss.
Die Werte unterscheiden sich deutlich zwischen den Profilen. Ein Überlappungssystem wie Trapezblech oder Wellblech ist auf ein Mindestgefälle angewiesen, damit Wasser nicht gegen die Nähte drückt. Ein mechanisch verschlossenes Stehfalzsystem führt das Wasser im Falz statt über eine Überlappung und kommt deshalb bei vielen Anbietern mit einer geringeren Mindestneigung aus – das macht es zur typischen Wahl für sehr flache oder geschwungene Dachflächen. Wasserdicht ist ein Stehfalz damit nicht automatisch: Je flacher das Dach, desto eher verlangt das System zusätzlich ein Falzdichtmittel. Die exakte Zahl für das gewählte Profil ergibt sich aus der ZVDH-Fachregel für Metalldeckungen zusammen mit der Verlegeanleitung des Herstellers — die Anleitung darf strenger sein, nicht großzügiger.
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Blech befestigen — und warum der Winkelschleifer tabu ist

Der Winkelschleifer gehört nicht ans Blech

Die Trennscheibe erhitzt die Schnittkante so stark, dass die Beschichtung dort verbrennt – die Kante rostet danach ungeschützt durch. Gleichzeitig verteilt der Funkenflug glühende Metallpartikel über die gesamte Fläche. Diese Partikel setzen sich in der Beschichtung fest und rosten dort einzeln durch, weit entfernt vom eigentlichen Schnitt – ein Blechdach mit Winkelschleifer-Funkenpunkten zeigt Rostflecken über die ganze Fläche verteilt, nicht nur am Rand. Geeignet sind stattdessen Werkzeuge, die kalt schneiden: Nibbler, Blechschere oder eine Handkreissäge mit einem für Stahl- beziehungsweise Profilblech freigegebenen Blatt.
Befestigt wird mit Bohrschrauben und Dichtscheibe – die Dichtscheibe aus EPDM dichtet den Durchbruch ab, die Schraube sitzt im tragfähigen Bereich des Profils, nicht im freien Feld. Nahtschrauben verbinden zwei Bahnen an der Überlappung zusätzlich. Wie beim Wellplattendach gilt: nicht überdrehen. Eine überdrehte Schraube zerstört die Dichtscheibe, Wasser läuft am Schaft entlang ins Holz darunter.

Kontaktkorrosion: welche Metalle sich vertragen

Unterschiedliche Metalle im selben Regenwasserlauf sind nicht automatisch unkritisch. Kupfer, das Regenwasser über einem Bauteil aus verzinktem Stahl oder aus Zink abgibt, zerstört das unedlere Metall darunter. Eine Kupferabdeckung über einem verzinkten Blechdach oder ein Kupferanschluss oberhalb einer Zinkrinne führt zuverlässig zur Zerstörung des unedleren Materials – dieselbe Materialpaarung, die auch an der Regenrinne gilt und in Dachrinne montieren im Detail erklärt wird.
Zwei Dinge sind dabei auseinanderzuhalten. Das eine ist der Wasserlauf: Wasser, das über Kupfer läuft, nimmt Kupferionen mit und zerstört damit unedleres Metall weiter unten. Zinkwasser über Kupfer ist dagegen unkritisch. Das andere ist der direkte Kontakt — berühren sich zwei unverträgliche Metalle unmittelbar, entsteht galvanische Korrosion unabhängig davon, welches oben liegt. Unverträgliche Paarungen gehören deshalb konstruktiv getrennt, nicht nur in die richtige Reihenfolge gebracht. Wer eine Kupferabdeckung, einen Kupferanschluss am Schornstein oder ein Kupferblech in Erwägung zieht, klärt deshalb zuerst, welche Metalle im Wasserlauf darunter bereits verbaut sind.
Aluminium und verzinkter Stahl vertragen sich in der Praxis besser miteinander als mit Kupfer, sind aber nicht automatisch für jede Verbindung freigegeben – auch hier gilt die Verlegeanleitung des jeweiligen Herstellers als letzte Instanz, nicht die eigene Einschätzung „das wird schon passen". Wo ein bestehendes Dach aus einem Metall auf ein neues Blechdach aus einem anderen Werkstoff trifft, gehört diese Frage vor die Bestellung, nicht in die Nacharbeit.

Die häufigsten Fehler am Blechdach

FehlerFolge
Mit dem Winkelschleifer geschnittenBeschichtung verbrannt, Funkenpunkte rosten über die ganze Fläche
Kupfer oberhalb von Zink oder verzinktem Blech verbautdas unedlere Metall wird zuverlässig zerstört
Antikondensvlies bei Carport oder Wintergarten weggelassentropfende Unterseite wird für ein Leck gehalten
Schraube überdrehtDichtscheibe zerstört, Wasser läuft am Schaft ins Holz
Profil unter seiner System-Mindestneigung verlegtdauerhaft undicht, nicht nachbesserbar

Was ein Blechdach kostet

Der Preis unterscheidet sich stark zwischen Profil und Werkstoff: Trapezblech aus verzinktem Stahl liegt im wirtschaftlichen Bereich, Stehfalz aus Titanzink oder Kupfer deutlich darüber – dazu kommen Beschichtung, Blechstärke und die Formteile für Rand und Anschluss.
Dachpfannenprofilbleche10,95–28,95 €/m²
19 Profile in Ziegeloptik.
Trapezblech10,50–23,80 €/m²
13 Profile mit Quadratmeterpreis.
Systemteile am Dach16,50–43,35 €/Stk.
40 aktive Artikel: Halter, Klammern, Anschlussteile.
Preise aus dem Franke-Sortiment, Stand 24. August 2026, brutto. Spannen über die aktiven Artikel der jeweiligen Warengruppe.
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Was beachtet werden muss

Betreten der Dachfläche

Blech trägt nicht punktuell und behält Beulen. Gearbeitet wird von Gerüst, Arbeitsbühne oder Laufbohle aus, nicht auf dem verlegten Blech selbst. Die Leiter ist ein Zugangsmittel, kein Arbeitsplatz.
Technische Sicherung hat dabei Vorrang vor persönlicher Schutzausrüstung: Gerüst, Arbeitsbühne oder Laufbohle zuerst. Ein Auffangsystem ersetzt den sicheren Standplatz nicht — es fängt den Sturz auf, es verhindert ihn nicht.
Werkzeug
Der Winkelschleifer ist am Blechdach tabu – für Zuschnitt und Ausschnitte gehören Nibbler, Blechschere oder eine für Stahlblech freigegebene Handkreissäge dazu.
Neigung
Regeldachneigung 7° bei Trapezblech wie beim Doppelstehfalz, harte Grenze 3°. Dazwischen ist die Deckung nur mit der in der Anleitung genannten Maßnahme freigegeben — Dichtband, vergrößerte Querüberdeckung, beim Falz Falzdichtungsband.
Materialpaarung
Kupfer oberhalb von verzinktem Stahl oder Zink zerstört das unedlere Metall. Vor jeder Kombination mehrerer Metalle im selben Wasserlauf klärt sich die Reihenfolge – siehe auch Dachrinne montieren.
Gewährleistung
Die Verlegeanleitung des Herstellers regelt Mindestneigung, Überlappung und Befestigungsbild. Wer außerhalb davon deckt, verliert im Schadensfall das Argument.
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