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Von Franke Baustoffe
24. Aug. 2026 15 Min. Lesezeit

Dach selber decken: Aufbau, Reihenfolge, Material

Was in welcher Lage liegt, in welcher Reihenfolge gearbeitet wird — und wo Eigenleistung wirklich endet
Ein Dach neu zu decken ist kein einzelner Arbeitsschritt, sondern eine Kette: Lattung, Bahn, Deckung, Belüftung. Wer eine Lage falsch versteht, merkt es erst beim ersten Schlagregen.
12 Arbeitsschritte
15,45 ab Materialpreis

Reparieren oder neu decken?

Die teuerste Entscheidung am Dach, und sie wird oft aus dem Bauch getroffen.
Für die Reparatur spricht,
wenn der Schaden örtlich begrenzt ist: ein Sturm hat Ziegel heruntergeholt, ein Ast ist eingeschlagen, der Mörtelfirst ist am Ende. Solche Schäden sind Einzelfälle in einer sonst funktionierenden Fläche.
Für die Neueindeckung spricht
eine Kombination aus mehreren Anzeichen:
  • Die Ziegel sind mürbe. Beim Anheben brechen Nachbarziegel, die
Oberfläche blättert, die Ziegel nehmen sichtbar Wasser auf und bleiben lange dunkel.
  • Die Unterspannbahn ist zerfallen. Ohne zweite wasserführende Ebene ist
jeder Ziegel die letzte Verteidigung. (→ Anleitung [Unterspannbahn von innen reparieren](/anleitung/unterspannbahn-von-innen-reparieren))
  • Es häuft sich. Mehrere Schäden pro Jahr ohne besonderes Wetterereignis.
  • Die Lattung ist angegriffen. Weiche, dunkle Latten, Bohrmehl von
Holzschädlingen.
  • Es steht ohnehin an. Wer das Dachgeschoss ausbauen oder von außen
dämmen will, öffnet das Dach ohnehin — dann ist die Deckung Teil des Projekts.
Der wirtschaftliche Punkt
Der größte Einzelposten einer Dacharbeit ist oft nicht das Material, sondern das Gerüst. Wer es einmal stehen hat, sollte alles erledigen, was in den nächsten Jahren anstünde — First, Schornsteinanschluss, Rinne, Ziegel, Bahn. Zweimal Gerüst in fünf Jahren ist die teuerste Variante von allen.
Der ehrliche Zwischenweg
Eine Bestandsaufnahme durch einen Dachdeckerbetrieb kostet wenig und beantwortet die Frage belastbar. Bei einem Dach, dessen Restlebensdauer man nicht einschätzen kann, ist das sinnvoller als jede Recherche.

Unser Tondachziegel Sortiment 397 Produkte

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Der Dachaufbau, Lage für Lage

Von außen nach innen — und jede Lage hat genau eine Aufgabe.
LageAufgabe
Deckung (Ziegel, Betonstein, Schiefer)führt den Hauptteil des Wassers ab, schützt vor UV und Hagel
Traglattungträgt die Ziegel, bestimmt über den Lattenabstand die Deckung
Konterlattungschafft den Lüftungsraum zwischen Bahn und Deckung und hält die Bahn nach unten
Unterspannbahnzweite wasserführende Ebene, diffusionsoffen, leitet Wasser zur Traufe
Sparren mit Dämmungträgt das Dach, dämmt
Dampfbremsehält Raumfeuchte aus der Dämmung, luftdichte Ebene
InnenbekleidungOberfläche im Raum
Zwei Zusammenhänge, die man verstanden haben muss:
Die Konterlattung ist nicht optional
Sie liegt auf den Sparren, in Gefällerichtung, und hebt die Traglattung von der Bahn ab. Der Spalt, der dadurch entsteht, ist die Belüftungsebene: Luft zieht von der Traufe zum First und führt Feuchte ab. Ohne Konterlattung liegt die Traglattung direkt auf der Bahn, das Wasser staut sich hinter jeder Latte, und die Belüftung fehlt. Ein Dach ohne Konterlattung ist ein Dach mit eingebautem Schaden.
Innen dichter, außen offener
Die Dampfbremse innen hält Feuchte weitgehend zurück; was durchkommt, muss durch die diffusionsoffene Unterspannbahn nach außen entweichen können. Wird diese Reihenfolge umgekehrt, kondensiert Feuchte in der Dämmung. Details in Anleitung Unterspannbahn von innen reparieren.

Regeldachneigung: was das Dach überhaupt zulässt

Die Regeldachneigung ist die unterste Neigung, bei der eine bestimmte Deckung ohne Zusatzmaßnahmen als regensicher gilt. Sie ist für jedes Deckungsmaterial und jedes Ziegelmodell festgelegt.
Liegt das Dach darunter, ist die Deckung nicht ausgeschlossen — sie braucht dann Zusatzmaßnahmen: ein regensicheres Unterdach, eine verklebte Unterdeckung, vergrößerte Überdeckungen. Das ist mehr Material und mehr Arbeit, aber es ist geregelt.

Praktische Bedeutung

Die Dachneigung ist gegeben. Sie steckt im Dachstuhl. Also richtet sich die Materialwahl nach ihr. Wer ein flach geneigtes Dach mit einem Ziegel decken will, dessen Regeldachneigung darüber liegt, muss die Zusatzmaßnahme mit einplanen — und zwar von Anfang an, nicht nachdem die Lattung steht.
Das ist auch der Grund, warum ein Modellwechsel bei der Neueindeckung nicht frei ist: Nicht jeder Ziegel passt auf jedes Dach.

Ziegel oder Betondachstein

TondachziegelBetondachstein
Materialgebrannter TonBeton, durchgefärbt oder beschichtet
Gewichtschwerer je nach Modellvergleichbar bis schwerer, modellabhängig
Farbekeramisch, farbstabilverwittert und hellt auf
Oberflächenaturrot, engobiert oder glasiertbeschichtet oder unbeschichtet
Preisin der Regel höherin der Regel günstiger
Verfügbarkeitgroße Modellvielfaltgroße Modellvielfalt
Beide sind langlebige Produkte. Der wesentliche Unterschied im Alltag ist das Farbverhalten: Ein engobierter oder glasierter Tonziegel behält sein Aussehen deutlich länger als ein beschichteter Betondachstein, der nach einigen Jahren aufhellt und Moos leichter annimmt.
Der Punkt, der geprüft werden muss: das Gewicht im Verhältnis zum vorhandenen Dachstuhl. Ein Wechsel des Deckungsmaterials ändert die Flächenlast. Wer von einer leichten auf eine schwerere Deckung wechselt — oder von Blech auf Ziegel —, braucht die Bestätigung, dass die Konstruktion das trägt. Das ist keine Formsache: Ein alter Dachstuhl wurde für das bemessen, was damals darauf lag.

Die Reihenfolge einer Neueindeckung

Der Ablauf, in dem gearbeitet wird — nützlich, um ein Angebot zu lesen und um zu erkennen, ob eine Position fehlt.
1

Gerüst stellen

Vor allem anderen. Ein Arbeitsgerüst mit Dachfanggerüst ist die Voraussetzung für alles Weitere.

🔴 Vor dem ersten Griff: Baujahr klären. Nicht nur graue Wellplatten sind verdächtig: Auch Faserzement-Kleintafeln in Ziegelform, alte Unterspann- und Bitumenbahnen, Kleber und Spachtelmassen kommen asbesthaltig vor. Material aus der Zeit bis einschließlich 1993 gilt bis zum Nachweis des Gegenteils als asbestverdächtig — dann wird nicht gesägt, gebohrt, gebrochen, abgeschliffen oder mit dem Hochdruckreiniger gearbeitet. Geklärt wird das zuerst über die Unterlagen — verlässliche Bau- und Produktnachweise räumen den Verdacht aus; reichen sie nicht, folgt die Materialprobe im Labor, und die Probe wird nicht durch Absägen genommen. Umgang, Demontage und Entsorgung nach TRGS 519 durch einen dafür qualifizierten und ausgerüsteten Fachbetrieb. Maßgeblich ist genau genommen der Baubeginn des Objekts: Wurde bis einschließlich 31. Oktober 1993 mit dem Bau begonnen, ist mit Asbest zu rechnen; bei später erneuerten Bauteilen zählen deren eigene Einbau- und Produktnachweise.

2

Deckung abnehmen

Ziegel herunter, in Etappen. Die alten Ziegel gehen entweder in den Container oder — bei brauchbarem Material — auf den Gebrauchtmarkt.

3

Lattung entfernen

Trag- und Konterlattung, alle Nägel.

4

Dachstuhl prüfen

Jetzt ist er sichtbar: Sparren auf Fäulnis und Schädlingsbefall untersuchen, schadhafte Hölzer austauschen oder anlaschen. Das ist der Moment, in dem ein Projekt teurer werden kann als geplant — und der Grund, warum Angebote hier oft einen Vorbehalt enthalten.

5

Gegebenenfalls dämmen

Wenn das Dach ohnehin offen ist, ist es der richtige Zeitpunkt für eine Aufsparrendämmung. Auch die Zwischensparrendämmung lässt sich von außen deutlich einfacher einbauen als später von innen.


Phase 2: Decken

6

Unterspannbahn verlegen

Von der Traufe nach oben, überlappend, so dass Wasser über die darunterliegende Bahn läuft. An der Traufe wird sie in die Rinne geführt — sonst läuft das aufgefangene Wasser hinter die Rinne in die Fassade.

7

Konterlattung

Auf den Sparren, in Gefällerichtung, auf der Bahn.

8

Traufbereich herstellen

Traufbohle, Rinnenhaken, Traufblech, Lüftungskamm und Vogelschutzgitter. Dieser Bereich wird vor der Fläche fertiggestellt, weil später nicht mehr heranzukommen ist.

9

Traglattung

Mit dem Lattenabstand, der zum Ziegelmodell und zur Neigung gehört — siehe nächster Abschnitt.

10

Ziegel hochbringen und verteilen

Über einen Dachdeckeraufzug, in Paketen gleichmäßig über die Fläche verteilt. Nicht stapelweise an einer Stelle — punktuelle Last auf einer neuen Lattung.

11

Anschlüsse und Bleche vorbereiten — gemeinsam mit der Fläche, nicht danach

Kehlbleche, Wandanschluss- und Schornsteinanschlussbleche, die Anschlüsse der Unterdeckung an Schornstein, Dachfenster und Durchdringungen sowie die Träger für ein Schneefangsystem werden in der jeweiligen Deckungsreihe eingebaut. Wer die Fläche erst fertig deckt und die Anschlüsse danach einschiebt, muss Ziegel wieder aufnehmen — und bekommt die Unterdeckung an diesen Stellen nicht mehr sauber angeschlossen.


Phase 3: First, Traufe, Abnahme

12

Eindecken

, von unten nach oben, reihenweise — mit den Anschlüssen aus Schritt 11 an der jeweiligen Stelle. Die Sturmklammern werden dabei gesetzt, Ziegel für Ziegel, nicht nachträglich an der fertigen Fläche: An einen verlegten, von der nächsten Reihe überdeckten Ziegel kommt die Klammer nicht mehr heran.

13

Ortgang und First

Ortgangziegel oder Ortgangblech, dann der Trockenfirst (→ Anleitung Firstziegel erneuern und befestigen).

14

Rinne und Fallrohre

15

Schneefangsystem

fertigstellen (Träger sitzen bereits aus Schritt 11).

16

Abnahme, Reinigung, Gerüst abbauen

Der Lattenabstand — das Maß, an dem alles hängt

Der Abstand der Traglatten ist nicht frei wählbar. Er ergibt sich aus der Decklänge des Ziegels — also dem Maß, das im verlegten Zustand sichtbar bleibt — und diese hängt vom Modell und von der Dachneigung ab: Bei flacherer Neigung wird die Überdeckung größer, der Lattenabstand also kleiner.
Der Wert steht in der Verlegeanleitung des Ziegelherstellers, meist als Spanne mit einem Mindest- und einem Höchstmaß.
Die eigentliche Arbeit ist das Ausgleichen
Die Sparrenlänge von der Traufe zum First geht selten glatt in dieser Spanne auf. Der Dachdecker teilt die Fläche so ein, dass alle Reihen gleich sind und innerhalb der zulässigen Spanne liegen — die sogenannte Lattweite wird über die Fläche ausgeglichen. Erste Reihe an der Traufe und letzte Reihe am First sind dabei Sonderfälle mit eigenen Maßen.
Warum das wichtig ist
Ein zu großer Lattenabstand bedeutet zu wenig Überdeckung — das Dach ist nicht mehr regensicher. Ein zu kleiner bedeutet, dass die Ziegel sich gegenseitig aufstellen und nicht flach liegen. Und wenn der Ausgleich nicht sauber gerechnet ist, läuft die letzte Reihe am First schief aus, mit einem sichtbaren Keil über die ganze Dachbreite.
Das ist der Punkt, an dem sich Erfahrung am deutlichsten auszahlt — und der Grund, warum eine selbst gedeckte Fläche schon von der Straße aus erkennbar ist.

Sturmklammerung

Dachziegel liegen lose. Gegen Windsog hält sie ihr Eigengewicht und die Verzahnung mit den Nachbarn — aber nicht überall und nicht bei jedem Wind.
Deshalb werden Ziegel mit Sturmklammern an der Lattung befestigt. Wie viele und an welchen Stellen, ergibt sich aus dem Klammerplan des Herstellers, der Windzone, der Gebäudehöhe, der Dachneigung und der Geländesituation.
Ein Muster, das man kennen sollte: Die Randbereiche werden dichter geklammert als die Fläche. Am Ortgang, an der Traufe und am First ist der Sog am größten — der Wind reißt an den Kanten, nicht in der Mitte. Viele Sturmschäden fangen an einer Ortgangecke an, und von dort läuft es weiter, weil jeder abgehobene Ziegel den nächsten freilegt.
Für Reparaturen gilt: Was geklammert war, wird wieder geklammert (→ Anleitung Einzelne Dachziegel austauschen).
Beratungsgespräch bei Franke Baustoffe: Musterplatten und Farbkarten im Vergleich
  Baustoffhandel seit 1978
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Maße und Aufbau durchgeben — wir stellen Ihnen zusammen, was dazugehört.
Beratung anfragen05839 97786-0Mo–Fr · Schneflingen

Traufe und First: die Belüftung

Ein belüftetes Steildach braucht einen Lufteintritt unten und einen Luftaustritt oben. Fehlt eines von beiden, steht die Luft, und Feuchte bleibt im Aufbau.
Unten an der Traufe
Der Lüftungsquerschnitt wird durch einen Lüftungskamm oder ein Vogelschutzgitter offen gehalten — beides verhindert, dass Vögel einziehen, ohne die Luft zu blockieren. Diese Stelle setzt sich mit den Jahren zu: Laub, Moos, Nester. Sie gehört auf die Kontrollliste.
Oben am First
Der Trockenfirst mit Firstband ist der Luftaustritt. Ein zugemörtelter First blockiert ihn (→ Anleitung Firstziegel erneuern und befestigen).
Bei sehr langen Dachflächen
oder bei Dächern mit Gauben und Unterbrechungen reicht der Querschnitt manchmal nicht; dann kommen Lüfterziegel in der Fläche dazu.
Das Symptom eines blockierten Systems
Feuchte und Schimmel im Dachaufbau bei völlig intakter Deckung. Man sucht dann jahrelang ein Leck, das es nicht gibt.

Was beim Öffnen des Dachs auf einen zukommt

Drei Dinge, die in keiner Materialliste stehen und trotzdem den Ablauf bestimmen.
Das Wetter
Ein geöffnetes Dach ist eine offene Wohnung. Es wird nur so viel Fläche geöffnet, wie an einem Tag wieder geschlossen werden kann, und es liegt immer eine Notabdeckung bereit — Planen, die im Ernstfall innerhalb von Minuten liegen. Eine Neueindeckung ist deshalb eine Schönwetterarbeit mit Wetterfenster und keine Aufgabe für den Herbst.
Der Staub
Was jahrzehntelang zwischen den Ziegeln lag, fällt beim Abdecken in den Dachraum. Alles, was dort steht, wird vorher ausgeräumt oder abgedeckt. Bei ausgebautem Dachgeschoss sind die Räume darunter betroffen.
Eine vorhandene Photovoltaikanlage
Sie ist bei einer Neueindeckung kein Detail, sondern ein eigenes Gewerk: Die Anlage muss vor dem Abdecken demontiert und nach dem Eindecken wieder montiert werden. Das macht die Solarfirma, nicht der Dachdecker und erst recht nicht der Eigentümer — die DC-Seite der Module bleibt spannungsführend, solange Licht darauf fällt. Für die Planung heißt das: ein weiterer Termin, ein weiterer Auftrag, weitere Kosten, und die beiden Gewerke müssen zeitlich ineinander greifen, weil das Dach dazwischen offen ist.
Umgekehrt ist es die Gelegenheit
Wer ohnehin neu deckt und später eine Anlage will, lässt jetzt die Unterkonstruktion dafür vorbereiten. Nachträglich in eine fertige Deckung einzugreifen, kostet mehr und schafft neue Durchdringungen.
Die Entsorgung
Alte Ziegel sind Bauschutt und füllen erstaunlich schnell einen Container. Alte Bahnen, Dämmstoffe und Holzreste sind getrennt zu entsorgen. Und dann gibt es Material, bei dem der Container die falsche Antwort ist.

Gefahrstoffe im Bestand

Asbestzement
Alte, graue Faserzement-Wellplatten und -Dachplatten können Asbest enthalten. In Deutschland ist die Verwendung solcher Produkte seit dem 31. Oktober 1993 verboten — Material, das bis einschließlich 1993 eingebaut wurde, gilt bis zum Nachweis des Gegenteils als verdächtig. Solche Platten dürfen nicht gesägt, gebohrt, gebrochen oder mit dem Hochdruckreiniger gereinigt werden; jede dieser Handlungen setzt Fasern frei. Der Umgang ist in der TRGS 519 geregelt, Demontage und Entsorgung gehören in die Hände eines dafür qualifizierten und ausgerüsteten Fachbetriebs. Das ist Arbeitsschutzrecht, keine Vorsichtsempfehlung.
Alte Mineralwolle
Dämmstoffe älterer Bauart können Fasern freisetzen, die anders eingestuft sind als heutige Produkte. Beim Ausbau: Schutzanzug, Maske, Handschuhe, getrennt entsorgen.
Teerhaltige Bahnen
Sehr alte Bitumen- oder Teerpappen können teerhaltige Bestandteile enthalten und sind dann nicht als normaler Bauschutt zu entsorgen. Im Zweifel bei der Annahmestelle nachfragen, bevor der Container bestellt wird.
Der praktische Rat
Vor Beginn klären, was im Dach verbaut ist. Ein Anruf bei der Abfallberatung der Kommune und gegebenenfalls eine Materialprobe kosten wenig und verhindern eine Baustelle, die stillsteht, weil niemand den Container annimmt.

Was Sie selbst machen können

Auch wenn die Deckung selbst zum Fachbetrieb geht, bleibt einiges, das den Preis spürbar senkt:
  • Dachboden ausräumen und abdecken vor Beginn
  • Innenarbeiten danach — Dämmung von innen, Dampfbremse,
  • Entsorgung organisieren, Container stellen, sortieren
  • Material selbst beschaffen — Ziegel, Latten, Bahn, Klammern,
Formteile. Das ist der Posten, bei dem der Unterschied am größten sein kann; die Abstimmung mit dem ausführenden Betrieb muss vorher erfolgen, weil er dann für dieses Material keine Gewährleistung übernimmt.
  • Rinne und Fallrohre in Eigenleistung, wenn sie erreichbar sind
(→ Anleitung Dachrinne montieren)
  • Nebengebäude selbst decken — Garage, Gartenhaus, Schuppen

Und ein Punkt, der nichts kostet

Bei der Bestellung ein paar Ziegel mehr nehmen und einlagern. In zwanzig Jahren ist das der Unterschied zwischen einer schnellen Reparatur und einer langen Suche.

Was eine Neueindeckung je Quadratmeter kostet

Die Kosten setzen sich zusammen aus Gerüst, Abbruch und Entsorgung, gegebenenfalls Reparaturen am Dachstuhl, Unterspannbahn, Lattung, Deckung, Formteilen, Klammern, Anschlussarbeiten, Rinne und Lohn. Das Verhältnis verschiebt sich je nach Dachform stark: Ein einfaches Satteldach ohne Gauben ist deutlich günstiger pro Quadratmeter als ein Walmdach mit Kehlen, Gauben und mehreren Anschlüssen.
Zwei Posten werden regelmäßig unterschätzt: das Gerüst und die Entsorgung. Und ein Posten lässt sich vorher nicht sicher beziffern: der Zustand des Dachstuhls, der erst sichtbar wird, wenn alles herunten ist.
Tondachziegel15,45–38,15 €/m²
442 Modelle, Preis je Quadratmeter Dachfläche.
Betondachsteine7,35–19,25 €/m²
100 Modelle, die günstigere Deckung.
Unterdeckbahn109,00–226,10 €/Rolle
Die zweite wasserführende Ebene, Rollenware.
Systemteile16,50–43,35 €/Stk.
First, Ortgang, Lüfter, Sturmklammern.
Preise aus dem Franke-Sortiment, Stand 24. August 2026, brutto. Spannen über die aktiven Artikel der jeweiligen Warengruppe — Ausführung und Größe bestimmen, wo man darin landet.

Regelwerk und Förderung

Fachregeln des Dachdeckerhandwerks
Sie definieren den anerkannten Stand der Technik für Deckungen, Anschlüsse, Regeldachneigungen und Windsogsicherung. Bei Streitfragen sind sie der Maßstab — auch bei Eigenleistung.
Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG)
Wird bei einer Sanierung mehr als ein bestimmter Anteil der Dachfläche erneuert, greifen Anforderungen an den Wärmeschutz. Wer das Dach ohnehin öffnet, sollte die Dämmung deshalb nicht als optional behandeln — sie kann Pflicht sein. Der genaue Umfang gehört vor Beginn geklärt.
Förderung
Für energetische Maßnahmen am Dach gibt es Förderprogramme, deren Bedingungen sich ändern. Wichtig ist nur die eine Regel: Anträge werden vor Beginn der Maßnahme gestellt. Wer erst baut und dann beantragt, bekommt nichts.
Denkmalschutz und Gestaltungssatzung
Bei denkmalgeschützten Gebäuden und in Erhaltungssatzungsgebieten sind Deckungsart, Modell und Farbe oft festgelegt. Vor der Materialauswahl klären.
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Was beachtet werden muss

Absturz
Die zentrale Gefahr. Ein Steildach ohne Gerüst mit Dachfanggerüst ist keine Arbeitsfläche. Ziegel sind bei Feuchte, Moos und Frost sofort rutschig. Diese Anleitung ersetzt keine Absturzsicherung, und keine Zeitersparnis rechtfertigt ihr Fehlen.
Verantwortung für das offene Dach
Wer ein Dach öffnet, übernimmt die Verantwortung dafür, dass es abends wieder dicht ist. Ein Regenschauer in ein offenes Dach durchnässt Dämmung, Decken und Wände des ganzen Hauses. Notabdeckung bereithalten, Wetter verfolgen, nicht mehr öffnen als schließbar.
Statik
Ein Wechsel des Deckungsmaterials ändert die Last auf dem Dachstuhl. Das gehört geprüft, nicht geschätzt.
Nachbarn und Umfeld
Gerüst, Container, Aufzug und Lärm betreffen die Umgebung. Steht das Gerüst teilweise auf öffentlichem Grund, braucht es eine Erlaubnis. Nachbarn früh informieren — das spart mehr Ärger als jede andere Maßnahme.
Versicherung
Während der Bauzeit ist das Gebäude besonders exponiert. Vor Beginn mit der Gebäudeversicherung klären, was in dieser Phase gedeckt ist. Bei Eigenleistung zusätzlich: Wer haftet bei einem Schaden, und ist ein Unfall abgesichert?
Gewährleistung
Für eigene Arbeit gibt es keine. Bei Material, das man selbst beschafft und von einem Betrieb verlegen lässt, ist die Verantwortungsteilung vorher schriftlich zu klären.
Vögel und Fledermäuse
Im Dach lebende Vögel und Fledermäuse stehen unter Naturschutz. Werden bei den Arbeiten Quartiere entdeckt, sind die Arbeiten dort einzustellen und die untere Naturschutzbehörde ist einzuschalten. Das ist keine Formalie — ein Verstoß ist bußgeldbewehrt, und es gibt geregelte Wege, mit denen sich beides vereinbaren lässt.
Jahreszeit
Deckarbeiten sind Schönwetterarbeiten. Frost, Dauerregen und Sturm schließen sie aus. Die Planung beginnt im Winter, gebaut wird in der wärmeren Jahreshälfte.
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