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Von Franke Baustoffe
24. Aug. 2026 10 Min. Lesezeit

PV-Dachhaken am Ziegeldach: Sitz und Ausführung

Wie Dachhaken, Austauschziegel und Dachdurchführung sitzen — und was die Eindeckung vor der Montage leisten muss
Der Dachhaken ist die Stelle, an der die Photovoltaik das Dach durchdringt. Sitzt er falsch, trägt nicht die Anlage die Last, sondern der Ziegel — und der bricht.
4 Zeilen im Vergleich
11 Kapitel

Wie ein Dachhaken für Photovoltaik-Module sitzt

Ein Dachhaken überträgt den ihm zugewiesenen Lastanteil der Modulfläche — Eigengewicht, Windsog und Schneelast — auf die Dachkonstruktion. Wie viele Haken eine Fläche braucht und wo sie sitzen, ergibt sich aus der Systemstatik und dem Montageplan des Herstellers, nicht aus dem Augenmaß. Er wird deshalb nicht auf der Deckung befestigt, sondern durch sie hindurch auf ein tragendes Bauteil — auf den Sparren oder auf die Konterlattung, je nach System und Herstellervorgabe. Die Wahl zwischen beiden ist eine statische Entscheidung des Solarteurs, keine Geschmacksfrage: Sie hängt am Sparrenabstand, an der Hakenlast und an den Vorgaben des Montagesystems.

Die Begriffe im Überblick

Befestigung
6 Begriffe
Dachhaken · Sparren · Konterlattung · Ziegel ausklinken · Austauschziegel · Modulunterkonstruktion
Durchführung
5 Begriffe
Dachdurchführung · Dunstrohrstein · Solardurchführungsziegel · Kabeldurchführung · Durchdringungspunkt
Zustand vor der Montage
6 Begriffe
Restlebensdauer der Eindeckung · Unterspannbahn · Tragfähigkeit · Sparrenabstand · Schneelast · Windsog

Unser Dachdurchführung Sortiment 1409 Produkte

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Dachhaken auf dem Sparren oder auf der Konterlattung

MerkmalBefestigung auf dem SparrenBefestigung auf der Konterlattung
Lastabtragdirekt auf das tragende Bauteilüber die Konterlattung als Zwischenglied
VoraussetzungSparren an der vorgesehenen Stelle erreichbarausreichend dimensionierte, intakte Konterlattung
Typischer EinsatzRegelfall bei passendem SparrenabstandAlternative, wenn der Sparren nicht trifft
Prüfung vorabSparrenlage und -abstandZustand und Querschnitt der Konterlattung
Die Befestigung auf dem Sparren gilt als die tragfähigere Variante, weil die Last direkt auf das durchgehende Bauteil des Dachstuhls geht, ohne den Umweg über die Konterlattung. Sie setzt voraus, dass der Haken den Sparren an der richtigen Stelle trifft — bei größeren Sparrenabständen oder ungünstiger Lattenteilung ist das nicht überall im Modulfeld gegeben.
Die Befestigung auf der Konterlattung ist die Alternative, wenn der Sparren an der vorgesehenen Stelle nicht erreichbar ist. Sie stellt höhere Anforderungen an die Dimensionierung und den Zustand der Konterlattung selbst, die dann nicht mehr nur die Traglatten trägt, sondern zusätzlich die Punktlasten der Haken aufnehmen muss.
Welche Variante zulässig ist, richtet sich nach dem Montagesystem des Herstellers und nach der Statik des jeweiligen Dachs — beides klärt der Solarteur vor der Montage, nicht auf der Baustelle.

Ziegel ausklinken oder Austauschziegel einsetzen

🔴 Vorher: Baujahr klären. Einen Ziegel auszuklinken oder auszutauschen ist ein Eingriff in den Bestand. Wurde die Deckung bis einschließlich 1993 eingebaut, gilt sie bis zum Nachweis des Gegenteils als asbestverdächtig — dann wird nicht geschnitten und nicht gebrochen, sondern zuerst geklärt — über die Bau- und Produktunterlagen, und erst wenn die nichts hergeben, per Materialprobe im Labor; Umgang, Demontage und Entsorgung nach TRGS 519 durch einen dafür qualifizierten und ausgerüsteten Fachbetrieb.

Am Durchdringungspunkt muss der Ziegel dem Haken Platz machen. Zwei Wege sind üblich: den vorhandenen Ziegel an der Unterkante ausklinken, sodass der Haken hindurchgeführt werden kann, während der Ziegel selbst weiter aufliegt — oder einen speziellen Austauschziegel mit werksseitiger Aussparung einsetzen, der für genau diesen Zweck gefertigt ist.
Der Austauschziegel ist die sauberere Lösung: Er ist auf die Aussparung hin konstruiert, verfalzt regulär mit den Nachbarsteinen und bleibt wasserführend wie ein gewöhnlicher Ziegel. Ein nachträglich ausgeklinkter Ziegel dagegen ist geschwächt und bricht an der Schnittstelle leichter — viele Hersteller schreiben deshalb den Austauschziegel als einzige zulässige Lösung im jeweiligen System vor.
Im Handel heißt dieser Ziegel selten „Austauschziegel". Je nach Hersteller und Funktion steht er als Solar-Trägerpfanne im Katalog, wenn er den Haken aufnimmt und die Last an das Bauteil darunter weitergibt, oder als Solar-Durchgangspfanne, wenn er die Leitung durch die Dachhaut führt. Wer nach dem Wort „Austauschziegel" sucht, findet den Artikel deshalb möglicherweise nicht — gemeint ist dasselbe Bauteil.
Welches Modell zum vorhandenen Flächenziegel passt, ist dieselbe Frage wie beim gewöhnlichen Ersatzbedarf: Modell und Hersteller müssen feststehen, bevor bestellt wird.

Warum der Dachhaken nie auf dem Ziegel aufliegen darf

Ein Ziegel ist für die Wasserführung ausgelegt, nicht für punktuelle Lasten. Läge der Dachhaken auf dem Ziegel auf statt auf dem tragenden Bauteil darunter, würde jede Windböe und jede Schneelast über dem Modulfeld direkt auf den Ziegel wirken — mit dem Ergebnis, dass er bricht, absackt oder die Verfalzung zu den Nachbarsteinen aufreißt.
Der Haken muss deshalb so montiert sein, dass keine Last in den Ziegel eingeleitet wird: Die Kraft geht vollständig auf Sparren oder Konterlattung, und zwischen Haken und Ziegel bleibt der Freiraum, den die Montageanleitung des jeweiligen Systems vorschreibt. Diesen Spalt gibt jedes System selbst vor — er ist ein Zahlenwert aus der Anleitung, keine Faustregel, und wo er fehlt, bricht der Ziegel unter Last. Der Deckziegel darüber wird passend ausgespart und darf nicht hochstehen. Das ist kein Detail für die Optik, sondern die Voraussetzung dafür, dass die Deckung unter dem Modulfeld dicht bleibt.

Die Dachdurchführung für die Leitungen zum Modulfeld

Führt die Leitung des Modulfelds durch die Dachhaut, muss diese Stelle kontrolliert ausgebildet werden. Das dafür vorgesehene Bauteil ist ein Solar- oder Kabeldurchgangsziegel, der zum Dachmodell passt und vom Hersteller für diesen Zweck freigegeben ist — mit einer auf den Kabeldurchmesser abgestimmten, dauerhaft dichten Öffnung.

Ein Dunstrohrstein ist dafür nicht der Ersatz

Er gehört zu einem Lüftungssystem und ist nicht automatisch als Kabeldurchführung zugelassen. Die Hersteller führen beide Systeme getrennt. Ob überhaupt durch die Dachfläche durchdrungen wird oder die Leitung außen geführt und an anderer Stelle eingeführt wird, legt im Übrigen die Anlagenplanung fest — nicht die Dachseite.
Beide Varianten sitzen wie jeder Formstein im regulären Ziegelverband und übernehmen die Abdichtung an der Durchdringung mit einer Manschette oder Dichtung, die auf das jeweilige Kabel abgestimmt ist. Eine improvisierte Durchführung — etwa ein aufgeschnittener Flächenziegel mit nachträglich abgedichteter Kabelöffnung — ist keine dauerhafte Lösung und gehört nicht auf ein Dach, das über Jahrzehnte dicht bleiben soll.

Was am Dach vor der Photovoltaik-Montage geprüft wird

Vor der Montage gehören vier Punkte geklärt, unabhängig vom gewählten Montagesystem:
  • Restlebensdauer der Eindeckung. Eine Anlage auf einem Dach zu
montieren, das in wenigen Jahren ohnehin neu gedeckt wird, verschiebt das Problem nur.
  • Zustand der Unterspannbahn. Sie liegt unter den Ziegeln und ist nach
der Montage nur noch mit erheblichem Aufwand zu erreichen — Schäden daran gehören vorher behoben, nicht nachher entdeckt.
  • Tragfähigkeit des Dachstuhls. Sparren, Pfetten und Lattung müssen die
zusätzliche Last aus Modulen, Unterkonstruktion und Verkabelung tragen — eine statische Frage, die vor der Montage beantwortet wird.
  • Zugänglichkeit für die Montage selbst. Gerüst oder Arbeitsbühne, nicht
die Dachfläche, sind der Arbeitsplatz für die ausführende Fachfirma.
Diese Prüfung ist Sache des Solarteurs und, wo es um die Bausubstanz geht, des Dachdeckers — nicht etwas, das sich von der Fläche aus abschätzen lässt.
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Schneelast und Windsog mit einem Modulfeld

Ein Modulfeld verändert das Lastbild eines Dachs in zwei Richtungen. Zum einen erhöht es die Schneelast: Module halten Schnee anders zurück als eine glatte Ziegelfläche, und je nach Anordnung kann sich Schnee am unteren Rand des Feldes stauen. Zum anderen erhöht es den Windsog, weil die Modulfläche der Strömung eine größere Angriffsfläche bietet als die Ziegel darunter.
Beides fließt in die Dimensionierung der Unterkonstruktion und der Befestigungspunkte ein — wie viele Dachhaken je Modul nötig sind und wie sie über die Fläche verteilt werden, rechnet der Solarteur anhand der Windlastzone und der Schneelastzone des jeweiligen Standorts. Für die Dachseite bedeutet das: Die Zahl und die Lage der Durchdringungspunkte hängt nicht allein von der Modulgröße ab, sondern auch von diesen beiden Lasten.

Photovoltaik auf sanierungsreifem Dach: der teure Umweg

Wird eine Anlage auf eine Eindeckung montiert, die absehbar in den nächsten Jahren ohnehin erneuert werden muss, entsteht ein Kostenpunkt, der sich vermeiden ließe: Die Neueindeckung erfordert dann, dass die komplette Anlage vorher demontiert und nach der neuen Deckung wieder remontiert wird.
Das ist kein Nebenaufwand, sondern ein eigenes Gewerk mit eigener Terminlogistik und eigenen Kosten — dazu im nächsten Abschnitt mehr. Wirtschaftlich sinnvoller ist die umgekehrte Reihenfolge: erst die Eindeckung auf ihre Restlebensdauer prüfen und gegebenenfalls erneuern, dann die Anlage montieren. Wer ohnehin neu deckt, kann bei der Gelegenheit gleich klären, ob Lattung und Unterspannbahn für eine spätere Solaranlage vorbereitet werden sollen.

Demontage und Remontage als eigenes Gewerk

Muss eine bestehende Anlage für eine Neueindeckung weichen, ist das keine Nebentätigkeit des Dachdeckers, sondern ein eigener Auftrag an die Fachfirma, die die Anlage installiert hat, oder eine vergleichbare Solarfirma. Module nimmt kein Laie ab: Die DC-Seite bleibt spannungsführend, solange Licht auf das Modul fällt, unabhängig davon, ob der Wechselrichter abgeschaltet ist.
Für die Bauzeitenplanung heißt das: Demontage vor Beginn der Dachdeckerarbeiten, Remontage danach, mit eigenem Zeitfenster und eigenem Termin der Solarfirma — nicht als Randnotiz im Angebot des Dachdeckers, sondern als eigener Posten mit eigenen Kosten, der von Anfang an eingeplant wird.

Schneefang unterhalb des Modulfelds

Rutscht Schnee von einem Modulfeld ab, tut er das anders als von einer gewöhnlichen Ziegelfläche — glattere Oberflächen und die Kante am unteren Modulrand können dazu führen, dass sich größere Schneemengen auf einmal lösen. Unterhalb des Modulfelds, insbesondere über Gehwegen, Eingängen und der Traufe, gehört deshalb eine auf diese Situation abgestimmte Schneeführung: Schneefanggitter oder Schneefanghalter, die nicht nur für die freie Ziegelfläche, sondern für die zusätzliche Last aus dem Modulfeld ausgelegt sind.
Die Positionierung unterscheidet sich von einer gewöhnlichen Schneefangplanung, weil die Abrutschrichtung und -menge vom Modulfeld beeinflusst wird — ein Punkt, den Dachdecker und Solarteur gemeinsam klären, nicht getrennt.

Zugänglichkeit für spätere Reparaturen an der Eindeckung

Ein Ziegel, der unter einem Modulfeld liegt, ist nach der Montage nicht mehr ohne Weiteres erreichbar. Bricht er Jahre später — durch Frost, durch einen Ast, durch Materialermüdung —, steht am Anfang der Reparatur dieselbe Einschränkung wie bei jedem anderen Eingriff im Modulbereich: Module nimmt kein Laie ab, die Demontage ist Sache der Fachfirma.
Wer das schon bei der Montage mitdenkt, spart sich später Aufwand: ausreichend Abstand zwischen Modulreihen und Dachrändern, eine dokumentierte Lage der Dachhaken und, wo möglich, ein Montagesystem, das den Ausbau einzelner Module ohne Demontage des gesamten Felds erlaubt. Das klärt die ausführende Fachfirma im Vorfeld — für die Dachseite bedeutet es, dass ein Reparaturfall im Modulbereich immer mit einem Anruf bei der Solarfirma beginnt, nicht mit der Leiter.
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Was beachtet werden muss

Photovoltaik im Bestand
Ein Ziegel unter einem Modulfeld ist nicht erreichbar, ohne die Module abzunehmen. Module nimmt kein Laie ab — die DC-Seite bleibt spannungsführend, solange Licht auf das Modul fällt. Das ist durchgehend Sache der Fachfirma. Bei einer Neueindeckung muss eine bestehende Anlage vorher demontiert und nachher remontiert werden — ein eigenes Gewerk mit eigener Terminlogistik und eigenen Kosten. Das gilt ebenso für Arbeiten am Schornstein und am First im Umfeld des Modulfelds.
Elektrischer Anschluss
Verkabelung, Wechselrichter und Netzanschluss sind keine Eigenleistung — unabhängig davon, dass die Dachanbindung darunter aus regulären Dachbaustoffen besteht. Die Trennlinie verläuft dabei auch durchs Sortiment: Trägerpfanne, Durchgangspfanne und Austauschziegel sind Dachbaustoffe, Dachhaken und Modulhalter gehören zum Montagesystem des Anlagenbauers.
Statik und Tragwerk
Ob Sparren, Pfetten und Lattung die zusätzliche Last aus Modulfeld, Schnee und Windsog tragen, ist eine Frage für den Statiker oder die ausführende Fachfirma — nicht für eine Einschätzung von der Fläche aus.
Betreten der Dachfläche
Auch beim Vorgespräch oder bei der Bemusterung ist die Dachfläche keine Verkehrsfläche. Begehung erfolgt von Gerüst, Arbeitsbühne oder Laufbohle aus; die Leiter ist Zugangsmittel, kein Arbeitsplatz für Arbeiten, die beide Hände oder mehrere Meter beanspruchen.
Technische Sicherung hat dabei Vorrang vor persönlicher Schutzausrüstung: Gerüst, Arbeitsbühne oder Laufbohle zuerst. Ein Auffangsystem ersetzt den sicheren Standplatz nicht — es fängt den Sturz auf, es verhindert ihn nicht.
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