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Von Franke Baustoffe
24. Aug. 2026 17 Min. Lesezeit

Dachrinne montieren

Größe, Gefälle, Halterabstand — und die eine Regel, die vor Dachlawinen schützt
An der Rinne entscheidet sich, wohin das Wasser läuft — und ob im Winter der Schnee über sie hinweggeht oder sie mitnimmt. Beides ist eine Frage von Maßen, nicht von Gefühl.
12 Arbeitsschritte
16 typische Fehler
142,80 ab Materialpreis

Was eine Rinne leisten muss

Eine Dachrinne hat eine unspektakuläre Aufgabe und eine große Wirkung: Sie hält Wasser von der Fassade und vom Sockel fern.
Ohne funktionierende Entwässerung läuft das gesamte Dachwasser an einer Kante herunter, spritzt an die Wand, durchnässt den Sockel und dringt in den Boden direkt am Fundament ein. Feuchte Kellerwände und abplatzender Sockelputz sind fast immer ein Entwässerungsproblem und kein Mauerwerksproblem.
Die Rinne ist deshalb kein Zubehörteil, sondern das Bauteil, das über die Trockenheit der Fassade entscheidet — und sie ist gleichzeitig das Bauteil, das am häufigsten zu klein dimensioniert und am seltensten gewartet wird.

Unser Dachsystemzubehör Sortiment 40 Produkte

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Die richtige Größe bestimmen

Rinnen gibt es in gestuften Nenngrößen. Metallrinnen werden nach dem Zuschnitt bezeichnet — der Breite des Blechstreifens, aus dem die Rinne geformt ist. Kunststoffsysteme haben eigene Größenbezeichnungen, meist als Nennweite angegeben. Passend zur Rinnengröße gehört jeweils ein Fallrohrdurchmesser.
Was in der Bemessung außerdem steckt, ist die Berechnungsregenspende — die Regenmenge je Zeit und Fläche, mit der am jeweiligen Ort gerechnet wird. Sie ist ortsabhängig und lässt sich nicht schätzen: Der Wert kommt aus den KOSTRA-DWD-Daten des Deutschen Wetterdienstes beziehungsweise von der zuständigen Behörde, nicht aus dem Herstellerkatalog. Erst mit diesem Wert geht man in die Systemtabellen des Herstellers, um Rinnengröße und Fallrohrdurchmesser zu bestimmen. Wer nach Faustregel dimensioniert, liegt an Starkregentagen daneben.
Die Größe richtet sich nach der wirksamen Dachfläche, die entwässert wird — und hier steckt der Fehler, den fast jeder macht:
Gerechnet wird nicht mit der Schrägfläche des Dachs, sondern mit der Grundfläche in der Draufsicht — also mit der Fläche, die das Dach auf dem Boden beschatten würde. Regen fällt senkrecht; ein steiles Dach fängt pro Quadratmeter Schrägfläche weniger Regen auf als ein flaches. Wer mit der gemessenen Schrägfläche rechnet, überschätzt zwar nach oben — das ist unkritisch. Kritisch ist der umgekehrte Fehler: die Fläche zu vergessen, die von einer angrenzenden Wand oder einem höheren Dachteil zusätzlich auf diese Rinne läuft.
Zwei weitere Faktoren gehen ein: die Regenspende der Region — also wie stark es dort bei Starkregen schüttet — und die Anzahl der Fallrohre. Ein langer Rinnenstrang mit nur einem Ablauf braucht eine größere Rinne als derselbe Strang mit zwei.
Im Zweifel eine Nummer größer
Eine überdimensionierte Rinne kostet wenig mehr und verzeiht Laub und Starkregen. Eine zu kleine läuft bei jedem kräftigen Gewitter über — und genau dann, wenn die Wassermenge am größten ist.
Der praktische Weg
Dachgrundfläche messen, Rinnenlänge und Anzahl der Fallrohre angeben, danach die Größe aus der Systemtabelle des Herstellers ablesen oder im Handel bestimmen lassen. Das ist eine Rechnung, die niemand im Kopf machen sollte.

Material wählen

MaterialHaltbarkeitVerarbeitungOptikAnmerkung
Titanzinksehr langgelötet oder mit Verbinderklassisch, patiniert grauder Standard am Wohnhaus
Verzinkter/beschichteter StahllangSteck- und Klemmsystemefarbig beschichtet erhältlichgutes Verhältnis, oft farblich zum Dach passend
Kunststoff (PVC)mittel bis langSteckverbindung mit Dichtungerkennbar Kunststoffeinfachste Montage, ideal für Nebengebäude
AluminiumlangSteck- und Klemmsystemeleicht, farbigleicht, gut bei langen Strängen
Kupfersehr langgelötetedel, patiniert grünteuer, und Vorsicht mit Nachbarmetallen
Edelstahlsehr langSystemverbindertechnischrobust, hochpreisig
Die Regel, die man kennen muss — Metalle nicht mischen
Ablaufwasser von Kupfer zerstört verzinkte Bauteile, die unterhalb liegen. Eine verzinkte Rinne unter einem Kupferdach oder ein Kupferband am First über einer Zinkrinne führt zuverlässig zur Zerstörung des Zinks. Umgekehrt ist die Reihenfolge unkritisch: Zinkablaufwasser schadet einer Kupferrinne darunter nicht. Wer eine Zinkrinne will, darf oberhalb kein Kupfer haben.
Für Nebengebäude
ist Kunststoff die vernünftige Wahl: günstig, leicht, Steckverbindungen ohne Werkzeug, und wenn nach Jahren ein Teil erneuert werden muss, ist es in Minuten getauscht.

Der Halterabstand

Rinnenhalter — auch Rinneisen — tragen die Rinne. Ihr Abstand steht in der Systemanleitung und liegt bei den meisten Systemen im Bereich um einen halben bis zwei Drittel Meter.
Was den Abstand verkleinert:
  • Schneelastzone. Wo viel Schnee liegt, wird enger gesetzt — die Rinne
trägt im Winter das, was vom Dach rutscht.
  • Kunststoffsysteme brauchen in der Regel engere Abstände als Metall,
weil das Material weicher ist und bei Wärme nachgibt.
  • Am Ablauf und an den Ecken wird zusätzlich gesetzt: unmittelbar neben
dem Stutzen, neben jedem Winkel und am Rinnenende.
Was passiert, wenn der Abstand zu groß ist
Die Rinne hängt zwischen den Haltern durch. In der Mulde steht Wasser, dort sammelt sich Schmutz, im Winter friert es. Der Durchhang wird mit jedem Jahr größer, weil das Material sich unter Last verformt. Irgendwann läuft die Rinne an der tiefsten Stelle über — und die liegt dann nicht mehr am Ablauf.
Montageart
Bei einer Neueindeckung werden die Halter auf die Sparren geschraubt oder eingelassen, bevor die Deckung kommt. Nachträglich werden sie am Stirnbrett oder an der Traufbohle befestigt — dafür gibt es eigene Halterformen. Voraussetzung ist ein tragfähiges, gesundes Brett; ein morsches Stirnbrett wird vorher getauscht, sonst reißen die Schrauben beim ersten Schneeschub aus.

Das Gefälle

Eine Rinne hängt nicht waagerecht. Sie fällt zum Ablauf hin — bei den üblichen Systemen im Bereich weniger Millimeter je laufendem Meter. Der konkrete Wert steht in der Systemanleitung.
Zu wenig Gefälle
Wasser bleibt in der Rinne stehen, Schmutz setzt sich ab, im Winter friert die stehende Wassersäule und drückt die Rinne auf.
Zu viel Gefälle
Man sieht es. Bei einem langen Strang läuft die Rinne sichtbar schief zur Traufkante — an einem Wohnhaus ein optischer Mangel, der sich nicht mehr korrigieren lässt, ohne alle Halter neu zu setzen.
Die Umsetzung
Vor der Montage wird eine Schnur gespannt — vom höchsten Punkt zum Ablauf, mit dem berechneten Höhenunterschied. Alle Halter werden nach dieser Schnur ausgerichtet. Bei Metallhaltern für die Sparrenmontage wird das Gefälle durch Kröpfen des Halters mit dem Biegeeisen erzeugt; bei nachträglicher Montage am Stirnbrett ist es einfacher, weil die Halter einfach entlang der Schnur auf unterschiedlicher Höhe verschraubt werden.
Bei einem sehr langen Strang
wird nicht durchgehend in eine Richtung entwässert, sondern von der Mitte aus nach beiden Seiten zu zwei Fallrohren — sonst wird der Höhenunterschied am Ende zu groß.

Die Regel gegen die Dachlawine

Die wichtigste Montageregel, und sie steht in kaum einer Anleitung.
Die Rinne muss so hängen, dass die gedachte Verlängerung der Dachfläche über die Rinne hinweggeht — konkret: Die Vorderkante der Rinne liegt tiefer als die Hinterkante, und die Verlängerung der Dachebene läuft über die Rinne hinaus und nicht in sie hinein.

Der Grund ist Schnee

Wenn eine Schneelast vom Dach rutscht, bewegt sie sich in Richtung der Dachebene. Steht die Rinne in diesem Weg — also zu hoch oder zu weit innen —, trifft die Schneemasse sie frontal und reißt sie samt Haltern ab. Liegt sie richtig, geht die Lawine über die Rinne hinweg.
Dieselbe Geometrie sorgt dafür, dass die Rinne bei Starkregen überlaufen kann, ohne dass das Wasser nach hinten an die Fassade läuft: Es geht über die tiefer liegende Vorderkante nach außen.

Praktisch heißt das

Beim Ausrichten der Halter wird eine Richtlatte auf die Dachfläche gelegt und über die Traufe hinaus verlängert. Die Rinne wird so gehängt, dass diese Linie über der Rinnenvorderkante liegt. Wer das einmal gemacht hat, sieht danach an jedem Haus, wo es falsch gemacht wurde.

Dehnung — warum Metall nicht starr montiert wird

Eine Metallrinne dehnt sich mit der Temperatur. Über einen langen Strang summiert sich das zu einer spürbaren Längenänderung zwischen einer Frostnacht und einem Sommertag mit Sonne auf der Rinne.
Wird die Rinne starr eingebunden
— an beiden Enden fest, ohne Spielraum —, kann sie diese Bewegung nicht ausgleichen. Sie beult aus, die Halter verbiegen, Lötnähte reißen. Der Schaden zeigt sich nicht sofort, sondern nach einigen Jahreszyklen.
Deshalb
Bei langen Strängen wird ein Dehnungsausgleicher eingebaut — ein Bauteil, das die Bewegung aufnimmt. Ab welcher Länge, steht in der Systemanleitung. Zusätzlich sitzt die Rinne in den Haltern beweglich, nicht verschraubt.
Bei Kunststoff
ist die Dehnung noch größer als bei Metall. Deshalb haben Kunststoffsysteme Dehnungsmarkierungen an den Steckverbindern: Das Rinnenstück wird nicht bis zum Anschlag eingeschoben, sondern bis zur Markierung — und zwar temperaturabhängig, in der Richtung, die dem ersten Gefühl widerspricht: bei kalter Montage weniger tief, bei warmer tiefer.
Wer im Winter montiert, hat das kürzeste Stück in der Hand — es dehnt sich zur Sommersonne hin aus, und dieser Weg muss im Stoß frei bleiben. Wer im Sommer montiert, hat das längste Stück; es zieht sich zurück, der Stoß wird deshalb tiefer gesteckt. Diese Markierung zu ignorieren ist der häufigste Fehler bei Kunststoffrinnen: Im Sommer stößt der gedehnte Strang an, findet keinen Ausweg und drückt sich aus den Haltern.

Der Anschluss nach oben: Traufblech und Unterspannbahn

Die Rinne fängt nur auf, was sie erreicht — und das ist nicht selbstverständlich.
Das Traufblech
(auch Einlauf- oder Tropfblech) liegt unter der Deckung und leitet das Wasser über die Traufkante hinweg in die Rinne. Ohne dieses Blech zieht Wasser an der Unterseite der letzten Ziegelreihe zurück, läuft über die Stirnholzkante und hinter die Rinne. Der Effekt heißt Kapillarwirkung und erklärt, warum Traufbretter und Stirnbretter oft als Erstes faulen, obwohl die Rinne einwandfrei aussieht.
Die Unterspannbahn
ist die zweite wasserführende Ebene des Dachs. Was sie auffängt, muss ebenfalls in die Rinne. Sie wird deshalb an der Traufe über das Traufblech geführt und endet in der Rinne, nicht davor und nicht dahinter. Endet sie hinter der Rinne oder auf dem Stirnbrett, läuft das Wasser, das sie sammelt, direkt in die Konstruktion — und niemand sucht dort, weil die Rinne ja funktioniert.
Bei einer Rinnenmontage an einem bestehenden Dach
ist genau das der Punkt, den man prüft: Wie ist die Traufe ausgebildet? Wo endet die Bahn? Liegt ein Traufblech? Wenn nein, ist die neue Rinne nur die halbe Lösung.
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Das Fallrohr und was unten passiert

Am Rinnenablauf
sitzt ein Stutzen, der in das Fallrohr übergeht. Ein Laubfangkorb im Stutzen hält Grobes zurück — sinnvoll, aber er muss geräumt werden, sonst ist er selbst die Verstopfung.
Der Weg zur Wand
wird mit Bögen hergestellt: zwei Bögen und ein Zwischenstück, das den Versatz vom Dachüberstand zur Fassade überbrückt. Bei größerem Versatz übernimmt ein Etagenbogen.
Rohrschellen
befestigen das Fallrohr an der Wand — im vom System vorgegebenen Abstand, mindestens jedoch unter jedem Bogen und am oberen und unteren Ende. Die Befestigung in der Wand richtet sich nach dem Untergrund; bei Lochsteinen, Porenbeton, Klinkerschale und Wärmedämmverbundsystem gelten dieselben Regeln wie bei jeder Fassadenbefestigung (→ Anleitung Vordach montieren).
Unten
gibt es drei übliche Enden:
  • Anschluss an die Grundleitung. Über ein Standrohr mit
Revisionsöffnung — die braucht man, wenn die Leitung einmal verstopft. Ob und wie eingeleitet werden darf, regelt die kommunale Entwässerungssatzung; bei einem Trennsystem geht Regenwasser nicht in den Schmutzwasserkanal.
  • Versickerung auf dem Grundstück. Über eine Sickermulde, ein
Rigolensystem oder schlicht auf eine bewachsene Fläche — mit ausreichend Abstand zum Gebäude, damit das Wasser nicht am Fundament versickert.
  • Zisterne oder Regentonne. Über einen Regensammler (Regendieb), der
in das Fallrohr eingesetzt wird und bei vollem Behälter automatisch in den normalen Ablauf übergeht.

Zwei Punkte, die oft übersehen werden

Das Wasser darf nicht auf das Nachbargrundstück geleitet werden — das ist Nachbarrecht, unabhängig davon, wie das Gefälle im Garten läuft. Und der Auslauf darf nicht direkt an der Hauswand enden: Wasser, das am Sockel versickert, ist genau das Problem, das die Rinne verhindern sollte.

Werkzeug und Bauteile für die Dachrinne

WerkzeugMaterial
Schlagschnur oder MaurerschnurRinne in passender Nenngröße
Wasserwaage, lange RichtlatteRinnenhalter im vorgeschriebenen Abstand
Zollstock, BleistiftRinnenboden (Endstücke), Winkel für Ecken
AkkuschrauberRinnenverbinder mit Dichtung
Blechschere oder FeinsägeAblaufstutzen, Laubfangkorb
Biegeeisen (bei Metallhaltern für Sparrenmontage)Fallrohr, Bögen, Rohrschellen
Bohrhammer (Rohrschellen an der Wand)Befestiger passend zum Wanduntergrund
Feile zum EntgratenDehnungsausgleicher bei langen Strängen
Gerüst oder Arbeitsbühne (Leiter nur für kurze Kontrollen)Traufblech, falls nicht vorhanden
Handschuhe, SchutzbrilleStandrohr mit Revisionsöffnung
12 Arbeitsschritte
10 Werkzeuge
10 Materialposten

Dachrinne montieren: Schritt für Schritt

1

Aufmaß und Dimensionierung

Dachgrundfläche, Rinnenlänge, Anzahl der Fallrohre. Danach die Systemgröße bestimmen. Materialliste erstellen: Rinnenmeter, Halter nach Abstand, Endstücke, Winkel, Verbinder, Stutzen, Fallrohrmeter, Bögen, Schellen.

🔴 Vor dem ersten Griff: Baujahr klären. An der Traufe sitzen bei älteren Häusern Traufbretter, Verkleidungen und Anschlussbahnen aus Faserzement oder alten Bitumenprodukten. Material aus der Zeit bis einschließlich 1993 gilt bis zum Nachweis des Gegenteils als asbestverdächtig — dann wird nicht gesägt, gebohrt, gebrochen, abgeschliffen oder mit dem Hochdruckreiniger gearbeitet. Geklärt wird das zuerst über die Bau- und Produktunterlagen; reichen sie nicht, folgt eine Materialprobe im Labor, die Probe nicht durch Absägen nehmen; Umgang, Demontage und Entsorgung nach TRGS 519 durch einen dafür qualifizierten und ausgerüsteten Fachbetrieb.

2

Stirnbrett und Traufe prüfen

Ist das Holz gesund und tragfähig? Morsche Bretter werden jetzt getauscht. Liegt ein Traufblech? Wenn nicht und das Dach ist ohnehin offen: jetzt einbauen.

3

Höhen festlegen

Position des höchsten Punktes und des Ablaufs bestimmen. Höhenunterschied nach dem Gefälle des Systems ausrechnen. Schnur straff spannen.

4

Die Lawinenregel prüfen

Richtlatte auf die Dachfläche legen und über die Traufe verlängern. Die Rinnenposition so wählen, dass die Verlängerung über die Rinnenvorderkante hinweggeht. Erst danach die Schnur endgültig festlegen.


Phase 2: Montieren

5

Halter setzen

Nach der Schnur, im Systemabstand, zusätzlich neben Ablauf, Winkeln und Enden. Bei Metallhaltern für Sparrenmontage: Gefälle durch Kröpfen einstellen.

6

Rinne ablängen und einlegen

Zuschnitte entgraten. Rinne in die Halter einlegen und einrasten oder einhängen. Bei Kunststoff: Bei den Steckverbindern die Dehnungsmarkierung beachten und die Einschubtiefe nach Temperatur wählen.

7

Endstücke und Winkel setzen

, Verbinder mit Dichtung schließen.

8

Ablaufstutzen einsetzen

Bei Systemen mit Einhangstutzen wird die Öffnung in die Rinne geschnitten — sauber, entgratet, an der tiefsten Stelle.

9

Fallrohr aufbauen

Von oben nach unten: Stutzen, Bogen, Zwischenstück, Bogen, dann das gerade Rohr. Muffen immer nach oben offen — das Wasser läuft von oben ins nächste Rohr, nicht in die Fuge.


Phase 3: Anschluss und Abnahme

10

Rohrschellen setzen

Nach dem Untergrund gedübelt, im Systemabstand, unter jedem Bogen eine.

11

Unteren Anschluss herstellen

— Standrohr mit Revision, Versickerung oder Regensammler.

12

Wasserprobe

Mit dem Gartenschlauch am höchsten Punkt in die Rinne laufen lassen und beobachten: Läuft alles zum Ablauf? Steht irgendwo Wasser? Kommt unten alles an? Tropft eine Verbindung?

Punkt 12 ist der wichtigste. Eine Rinne wird sonst erst beim ersten Gewitter geprüft — und dann steht man nicht auf der Leiter.

Die häufigsten Fehler an Rinne und Fallrohr

FehlerFolge
Rinne zu klein dimensioniertläuft bei jedem Starkregen über — genau dann, wenn es zählt
Zusatzfläche von Wand oder höherem Dachteil vergessenRinne unterdimensioniert, läuft bei Starkregen über
Halterabstand zu großRinne hängt durch, Wasser steht, Frostschaden
Kein oder zu wenig Gefällestehendes Wasser, Schmutz, Eis
Gefälle in die falsche RichtungWasser läuft zum falschen Ende und über
Rinne zu hoch gehängt (Lawinenregel verletzt)Schneelast reißt Rinne samt Haltern ab
Kein TraufblechWasser läuft hinter die Rinne, Stirnbrett fault
Unterspannbahn endet hinter der Rinnedie zweite Ebene entwässert in die Konstruktion
Metallrinne starr eingebundenBeulen, verbogene Halter, gerissene Nähte
Kunststoff-Dehnungsmarkierung ignoriertStrang schiebt sich im Sommer aus den Haltern
Fallrohrmuffe falsch herumWasser tritt an jeder Muffe aus
Kupfer über Zinkdas unedlere Metall wird zerstört
Auslauf direkt an der HauswandWasser versickert am Fundament — genau das sollte verhindert werden
Wasser auf das Nachbargrundstück geleitetNachbarrechtsproblem
Morsches Stirnbrett nicht getauschtHalter reißen beim ersten Schneeschub aus
Keine Wasserprobe gemachtFehler zeigt sich beim ersten Gewitter

Laubschutz — was hilft

Der Laubfangkorb
im Ablaufstutzen ist das Minimum: Er verhindert, dass grobes Material das Fallrohr verstopft. Er muss geräumt werden, sonst verstopft er selbst — dann läuft die Rinne über, statt das Rohr zu blockieren.
Laubschutzgitter
über der Rinne halten Blätter draußen und funktionieren bei Laubbäumen ordentlich. Bei Nadelbäumen funktionieren sie schlecht: Nadeln fallen durch das Gitter oder bleiben darauf liegen, verfilzen und bilden eine Matte, die das Wasser abweist. Dann läuft das Wasser über das Gitter hinweg an der Rinne vorbei — und man kommt zum Reinigen schlechter heran als vorher.
Die ehrliche Einordnung
Laubschutz reduziert die Häufigkeit der Reinigung, ersetzt sie nicht. Wer Nadelbäume am Haus hat, ist mit einer gut zugänglichen Rinne ohne Gitter besser bedient als mit einem Gitter, das er nicht mehr abnehmen kann.

Pflege und Kontrolle

Zweimal im Jahr
ist der übliche Rhythmus: einmal im Frühjahr, einmal im Spätherbst nach dem Laubfall. Bei Bäumen am Haus öfter.
Was dabei gemacht wird
Rinne ausräumen, Laubfangkorb reinigen, Fallrohr mit dem Schlauch durchspülen und kontrollieren, ob unten Wasser ankommt. Dabei die Halter ansehen — sitzt einer locker, verbogen, gerissen?
Vor dem Winter
ist die Kontrolle besonders wichtig: Eine verstopfte Rinne, in der Wasser steht, friert. Eis dehnt sich aus, drückt die Rinne auseinander und sprengt Verbindungen. Ein großer Teil der Rinnenschäden entsteht in einer einzigen Frostnacht über einer Rinne, die im November nicht geräumt wurde.
Nach einer Dachreinigung ist die Rinnenreinigung Pflicht (→ Anleitung Moos vom Dach entfernen).

Was eine Dachrinne je laufendem Meter kostet

Die Kosten setzen sich aus Rinnenmetern, Haltern, Formteilen, Fallrohrmetern, Bögen und Schellen zusammen. Die Formteile — Endstücke, Winkel, Verbinder, Stutzen — machen einen größeren Anteil aus, als die Metermeterpreise vermuten lassen: An einem Haus mit mehreren Ecken kommen schnell viele Einzelteile zusammen.
Der Materialunterschied zwischen Kunststoff und Titanzink ist erheblich. Für ein Nebengebäude ist Kunststoff die wirtschaftliche Wahl, am Wohnhaus entscheidet meist die Optik und das, was ringsum verbaut ist.
Dachrinnen142,80–538,80 €/Stk.
8 aktive Artikel im Sortiment.
Anschluss- und Systemteile16,50–43,35 €/Stk.
Traufblech, Rinneneinhang, Dichtungen.
Preise aus dem Franke-Sortiment, Stand 24. August 2026, brutto. Komplette Rinnensysteme mit Fallrohren und Haltern führen wir nicht — sprechen Sie uns an, wenn Sie den ganzen Strang brauchen.
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Was beachtet werden muss

Absturz — und warum die Leiter meist das falsche Gerät ist
Rinnenarbeiten finden an der Traufkante statt: dem Punkt, an dem man sich am weitesten hinauslehnt. Und sie brauchen beide Hände, seitliche Bewegung über die ganze Stranglänge und Kraft beim Einlegen der Rinne oder beim Kröpfen der Halter.
Genau dafür ist eine Anlegeleiter nicht gedacht
Sie ist ein Zugangsmittel für kurze Arbeiten mit geringer Belastung — nicht für eine Montage, die sich über Stunden und mehrere Meter zieht. Maßgeblich ist die Tätigkeit und die Gefährdung, nicht die Frage, ob es „nur" ein Nebengebäude ist: Auch ein Gartenhaus hat eine Absturzkante, und ein Sturz von drei Metern auf Pflaster reicht. Für die vollständige Montage eines Rinnenstrangs gehören deshalb Gerüst oder Arbeitsbühne vorgesehen; die einschlägige Regel dazu ist die TRBS 2121 Teil 2.
Wenn im Einzelfall doch mit der Leiter gearbeitet wird — etwa zum Räumen oder für eine kurze Kontrolle: fester, ebener Untergrund, richtiger Anstellwinkel, gegen Wegrutschen gesichert, nicht seitlich hinauslehnen, sondern umsetzen.
Nicht über der Rinne stehen
Eine montierte Rinne trägt kein Körpergewicht. Sich beim Arbeiten auf ihr abzustützen, verbiegt die Halter — der Schaden ist danach nicht sichtbar, das Gefälle aber verstellt.
Schnittkanten
Zugeschnittene Metallrinnen haben scharfe Kanten. Handschuhe, entgraten.
Statik der Befestigung
Die Halter tragen im Winter Schnee und Eis. Sie werden in gesundes Holz oder in tragfähigen Untergrund gesetzt, mit Edelstahlbefestigern. Ein morsches Stirnbrett ist kein Untergrund.
Materialtrennung
Kupfer nie über Zink. Auch nicht über ein verzinktes Blechdach, über ein Trapezblech oder über eine verzinkte Rinne.
Recht
Regenwasser bleibt auf dem eigenen Grundstück. Die kommunale Entwässerungssatzung regelt, was eingeleitet werden darf, und unterscheidet zwischen Misch- und Trennsystem. Vor dem Anschluss an eine Grundleitung klären.
Zisterne
Wird Regenwasser gesammelt, gehört ein Filter oder eine Vorreinigung dazu — und die Abkopplung, wenn auf dem Dach chemisch gearbeitet wird (→ Anleitung Moos vom Dach entfernen).
Jahreszeit
Kunststoffsysteme werden bei sehr niedrigen Temperaturen spröde und verändern ihre Einschubmaße. Metall dehnt sich in praller Sonne. Ein milder, trockener Tag ist für beides der richtige.
Nach Sturm und Schnee
Rinne und Halter ansehen. Eine abgerissene Halterung fällt lange nicht auf, weil die Rinne von den Nachbarhaltern noch getragen wird — bis der nächste Schnee kommt.
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