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🔴 Vor der ersten Bohrung: Baujahr der Fassade klären. Alte Faserzementbekleidungen, Putze, Spachtel- und Beschichtungsmassen können asbesthaltig sein. Wurde mit dem Bau bis einschließlich 31. Oktober 1993 begonnen, gilt bis zum Nachweis des Gegenteils: nicht bohren, nicht schleifen, nicht schneiden. Wurde die Fassade später erneuert, verschiebt sich die Frage auf dieses Datum — der Verdacht entfällt dadurch aber nur, wenn nachweislich neues Material verbaut wurde. Geklärt wird das zuerst über die Bau- und Produktunterlagen; reichen sie nicht, folgt eine Materialprobe im Labor, Umgang nach TRGS 519 durch einen dafür qualifizierten und ausgerüsteten Fachbetrieb. Eine Probebohrung ist bereits ein Eingriff — sie steht deshalb nach dieser Klärung, nicht davor.
| Untergrund | Befestiger | Worauf es ankommt |
|---|---|---|
| Beton | Bolzenanker oder Verbundanker | der unkritischste Untergrund; Randabstände und Verankerungstiefe nach Zulassung |
| Vollziegel, KS-Vollstein | Verbundanker | Spreiz- und Bolzenanker sind für gerissenen/ungerissenen Beton zugelassen, nicht allgemein für Mauerwerk — im Vollstein baut der Spreizdruck Spannungen auf, die den Stein absprengen können. Verbundmörtel verteilt die Last |
| Hochlochziegel | Verbundanker mit Siebhülse | Spreizdübel sprengen die dünnen Stege — Injektionsmörtel füllt die Kammern und verkrallt sich |
| Hohlblockstein | Verbundanker mit Siebhülse | wie oben |
| Porenbeton | Spezialdübel für Porenbeton oder Verbundanker | normale Spreizdübel bekommen keinen Halt im weichen Material |
| Klinker-Vormauerschale | Anker durch die Schale in die Hintermauer | die Vormauerschale ist nicht tragend — siehe nächster Abschnitt |
| Wärmedämmverbundsystem | Abstandsmontagesystem oder druckfester Dämmstoffzylinder | die Dämmung darf keine Last aufnehmen — siehe nächster Abschnitt |
| Werkzeug | Material |
|---|---|
| Bohrhammer (abschaltbarer Schlag) | Vordach als Bausatz oder Tragwerk und Eindeckung |
| Steinbohrer in der Ankergröße | Befestiger passend zum Untergrund, Edelstahl |
| Ausblaspumpe und Bohrlochbürste (bei Injektionsmörtel) | Injektionsmörtel mit Siebhülsen (bei Lochstein) |
| Leitungssucher | Abstandsmontagesystem (bei WDVS oder Klinker) |
| Wasserwaage, lange Richtlatte | Wandanschlussprofil |
| Zollstock, Bleistift, Anschlagwinkel | Kompriband oder geeigneter Dichtstoff |
| Drehmomentschlüssel oder Ringschlüssel | Rinne mit Ablauf |
| Gerüst oder Arbeitsbühne (zwei Leitern reichen nicht) | Stegplatten samt Profilen und Bändern (siehe Bitumenwellplatten, Kunststoff- und Stegplatten verlegen) |
| Schutzbrille, Staubmaske, Handschuhe | Fassadenfarbe zum Ausbessern |
| Eine zweite Person |
Über einer Haustür verlaufen fast immer Klingel- und Leuchtenleitungen, oft auch die Zuleitung für einen Türöffner. Der Leitungssucher kommt deshalb zuerst zum Einsatz, nicht erst beim Anzeichnen der Ankerpunkte — auch eine Probebohrung an „unauffälliger Stelle" trifft sonst ein Kabel.
Probebohrung an einer geprüft leitungsfreien, unauffälligen Stelle, Bohrmehl und Bohrgefühl auswerten. Erst danach den Befestiger kaufen.
Dort steht, welche Befestigungsarten zulässig sind, welche Auskragung erlaubt ist und wie das Bohrbild aussieht. Das ist die Grundlage der Statik — nicht der eigene Entwurf.
Höhe, Breite, Mitte über der Tür. Waagerechte Linie mit der Wasserwaage über die volle Breite anreißen, nicht nach der Türoberkante ausrichten — die ist selten waagerecht. Dann den Leitungssucher noch einmal über die konkreten Bohrpunkte führen und diese gegebenenfalls verschieben, solange sie im zulässigen Bereich bleiben.
In Lochsteinen ohne Schlag. Bohrlochdurchmesser und -tiefe exakt nach der Zulassung beziehungsweise Montageanleitung des Befestigers — nicht „lieber etwas tiefer". Die Verankerungstiefe ist ein bemessener Wert: Zu flach hält nicht, zu tief kann bei Verbundankern die Mörtelmenge und die Lage der Ankerstange verändern und bei durchgehenden Bohrungen die Rückseite der Wand durchstoßen. Bei Verbundankern das Loch ausblasen und ausbürsten — mehrfach.
Bei Injektionsmörtel gilt: Siebhülse nur dort, wo das System sie vorsieht — also in Loch- und Hohlsteinen. In Beton und in der Regel auch im Vollstein wird der Verbundanker ohne Hülse verarbeitet. Was gilt, steht in der Zulassung und der Montageanweisung des konkreten Systems, nicht in einer allgemeinen Regel. Mörtel von innen nach außen einbringen, Gewindestange eindrehen, Aushärtezeit abwarten. Diese Zeit ist temperaturabhängig und steht auf der Kartusche. Wer vorher belastet, hat einen Anker, der nur so aussieht, als hielte er.
Mit der Wasserwaage kontrollieren, das Gefälle nach vorn einstellen. Bei Abstandsmontage jetzt einjustieren.
Zu zweit. Erst lose fixieren, Maße und Winkel prüfen, dann festziehen. Anzugsmomente einhalten, wenn der Hersteller welche angibt.
Nach den Regeln des Materials — bei Stegplatten mit Ausdehnungsspiel, Stege in Gefällerichtung, Stirnseiten oben Alu-Band und unten Anti-Staub-Band.
Profil setzen, hinterlegen, abschließen.
und den Ablauf so führen, dass er nicht auf den Weg vor der Tür entwässert.
Tür in voller Öffnung bewegen. Mit dem Gartenschlauch die Wand oberhalb des Vordachs abbrausen und beobachten, wo das Wasser läuft.
| Fehler | Folge |
|---|---|
| Spreizdübel im Hochlochziegel | Stege brechen, Anker zieht unter Schneelast aus |
| Anker nur in der Klinker-Vormauerschale | Vormauerschale reißt aus, Vordach fällt vor die Haustür |
| Konsole flächig auf die WDVS-Dämmung geschraubt | Dämmung wird eingedrückt, Putz reißt, Feuchte im Aufbau |
| Mit Schlag in Lochsteinen gebohrt | Kammern zertrümmert, kein Halt mehr für den Anker |
| Bohrloch nicht gereinigt | Verbundmörtel hält am Bohrmehl, Tragfähigkeit stark reduziert |
| Aushärtezeit nicht abgewartet | Anker sitzt, hält aber nicht |
| Verzinkte statt Edelstahl-Befestiger | Rostfahnen an der Fassade, Anker geschwächt |
| In die Mörtelfuge gebohrt | Fuge trägt nicht |
| Randabstand unterschritten | Stein platzt beim Setzen oder unter Last ab |
| Auskragung größer als vom Hersteller zugelassen | Hebel zu groß, obere Anker überlastet |
| Kein Gefälle oder Gefälle zur Wand | Wasser steht, läuft in den Wandanschluss |
| Wandanschluss nur mit Silikon | reißt nach einem Jahr, Wasser hinter der Eindeckung |
| Keine Rinne | Tropflinie vor der Tür, im Winter Eisfläche auf der Stufe |
| Leitung über der Tür angebohrt | Klingel, Leuchte oder Türöffner tot |
| Türöffnung nicht geprüft | Tür schlägt am Vordach an |
| ESG statt VSG über dem Eingang | im Bruchfall Glaskrümelregen auf den Eingang |