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Von Franke Baustoffe
24. Aug. 2026 17 Min. Lesezeit

Vordach montieren: die Wandbefestigung entscheidet

Welcher Dübel in welchen Untergrund — und was bei Dämmung und Klinker anders läuft
Am Vordach hält nicht das Dach, sondern die Wand. Welcher Befestiger trägt, entscheidet der Untergrund — und bei Klinker oder Dämmung ist die naheliegende Lösung fast immer die falsche.
13 Arbeitsschritte
16 typische Fehler
30,87 ab Materialpreis

Warum die Wand über alles entscheidet

Ein Vordach steht nicht auf dem Boden. Es hängt an der Wand und kragt aus — die gesamte Last wird über wenige Anker in das Mauerwerk eingeleitet.
Das erzeugt zwei gegenläufige Kräfte. Die oberen Anker werden auf Zug belastet: Das auskragende Dach versucht, sich nach unten zu drehen und zieht oben aus der Wand heraus. Die unteren Anker werden auf Druck belastet. Je weiter das Vordach vorsteht, desto größer der Hebel und desto größer die Zugkraft oben.
Dazu kommen zwei Lasten, die nicht sichtbar sind, wenn man das Dach im Sommer montiert. Schnee — eine Vordachfläche sammelt bei Nassschnee ein Mehrfaches ihres Eigengewichts, und vor der Haustür kommt oft noch das dazu, was vom Hausdach herunterrutscht. Windsog — der Wind drückt nicht nur, er saugt von unten, und dann zieht die ganze Konstruktion an denselben oberen Ankern.
Ein Anker, der ein Regal trägt, trägt deshalb noch lange kein Vordach.

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Den Untergrund bestimmen

Bevor irgendein Dübel gekauft wird, muss klar sein, worin er sitzen soll. Drei Wege führen zur Antwort:

🔴 Vor der ersten Bohrung: Baujahr der Fassade klären. Alte Faserzementbekleidungen, Putze, Spachtel- und Beschichtungsmassen können asbesthaltig sein. Wurde mit dem Bau bis einschließlich 31. Oktober 1993 begonnen, gilt bis zum Nachweis des Gegenteils: nicht bohren, nicht schleifen, nicht schneiden. Wurde die Fassade später erneuert, verschiebt sich die Frage auf dieses Datum — der Verdacht entfällt dadurch aber nur, wenn nachweislich neues Material verbaut wurde. Geklärt wird das zuerst über die Bau- und Produktunterlagen; reichen sie nicht, folgt eine Materialprobe im Labor, Umgang nach TRGS 519 durch einen dafür qualifizierten und ausgerüsteten Fachbetrieb. Eine Probebohrung ist bereits ein Eingriff — sie steht deshalb nach dieser Klärung, nicht davor.

Probebohrung
An einer unauffälligen Stelle bohren und den Bohrstaub ansehen. Rot und mehlig deutet auf Ziegel, grau und sandig auf Kalksandstein oder Beton, weiß und sehr leicht auf Porenbeton. Und das Bohrgefühl verrät den Rest: Sackt der Bohrer plötzlich ins Leere, ist das ein Hohlraum — entweder eine Lochkammer im Stein oder eine Luftschicht hinter der Vormauerschale.
Ein Deutungsversuch ist das, kein Nachweis
Farbe und Bohrgefühl sagen nichts darüber, wie dick die tragende Schale ist, ob dahinter Dämmung oder Hohlraum liegt und welche Last der Untergrund wirklich aufnimmt. Für eine sicherheitsrelevante Befestigung über einer Haustür reicht das nicht: Dafür braucht es die Bauunterlagen, den Blick auf eine zugängliche Bauteilkante — etwa in einer Fensterlaibung — oder die Einschätzung eines Fachkundigen. Bleibt der Aufbau unklar, wird kein Befestiger ausgewählt, sondern nachgefragt.
Bauunterlagen
Bei Häusern jüngeren Datums stehen Wandaufbau und Materialien in den Bauunterlagen.
Fassade ansehen
Sichtbares Klinkermauerwerk deutet auf eine Vormauerschale hin. Ein glatter, dicker Putz mit weicher Oberfläche, der beim Klopfen hohl klingt, deutet auf ein Wärmedämmverbundsystem.
Die entscheidende Zusatzfrage
Wie dick ist die tragende Schicht, und wo fängt sie an? Bei einem WDVS oder einer Klinkerschale liegt der tragende Untergrund erst mehrere Zentimeter hinter der Oberfläche — und genau dorthin muss der Anker.

Der passende Befestiger je Untergrund

UntergrundBefestigerWorauf es ankommt
BetonBolzenanker oder Verbundankerder unkritischste Untergrund; Randabstände und Verankerungstiefe nach Zulassung
Vollziegel, KS-VollsteinVerbundankerSpreiz- und Bolzenanker sind für gerissenen/ungerissenen Beton zugelassen, nicht allgemein für Mauerwerk — im Vollstein baut der Spreizdruck Spannungen auf, die den Stein absprengen können. Verbundmörtel verteilt die Last
HochlochziegelVerbundanker mit SiebhülseSpreizdübel sprengen die dünnen Stege — Injektionsmörtel füllt die Kammern und verkrallt sich
HohlblocksteinVerbundanker mit Siebhülsewie oben
PorenbetonSpezialdübel für Porenbeton oder Verbundankernormale Spreizdübel bekommen keinen Halt im weichen Material
Klinker-VormauerschaleAnker durch die Schale in die Hintermauerdie Vormauerschale ist nicht tragend — siehe nächster Abschnitt
WärmedämmverbundsystemAbstandsmontagesystem oder druckfester Dämmstoffzylinderdie Dämmung darf keine Last aufnehmen — siehe nächster Abschnitt
Drei Regeln, die für alle gelten:
Randabstand
Ein Anker zu nah an der Steinkante oder an der Fuge sprengt den Stein ab. Der Mindestabstand steht in der Zulassung des Befestigers. In die Mörtelfuge wird nicht gebohrt — Fugenmörtel trägt nichts.
Bohrverfahren
Injektionsmörtel braucht ein sauberes Loch. Das Bohrloch wird ausgeblasen und ausgebürstet, sonst hält der Mörtel am Bohrmehl statt am Stein. In Hochlochziegeln wird ohne Schlag gebohrt — der Schlagbohrer zertrümmert die Stege, und der Anker findet nichts mehr zum Festhalten.
Edelstahl
Alle Befestiger im Außenbereich in Edelstahl. Ein verzinkter Anker rostet in der Wand, und man sieht es erst, wenn der Rostfleck aus der Fassade läuft — dann ist der Anker innen schon geschwächt.

Zwei Sonderfälle: Klinker und Dämmung

Hier scheitern die meisten Selbstmontagen, und beide Fälle sehen von außen harmlos aus.

Klinker-Vormauerschale

Zweischaliges Mauerwerk besteht aus einer tragenden Innenschale, einer Luftschicht oder Kerndämmung und einer Vormauerschale aus Klinker. Die Vormauerschale ist eine Wetterhaut, kein Tragwerk. Ein Anker, der nur in ihr sitzt, hält ein Bild, aber kein Vordach — unter Schneelast reißt er den Klinker mit heraus.
Der Anker muss durch die Schale und durch die Luftschicht bis in die tragende Innenschale reichen. Das erfordert einen entsprechend langen Befestiger und eine Abstandsmontage, die die Kraft überträgt, ohne die Vormauerschale zu belasten. Eine Bohrung, die im Hohlraum endet, ist unbrauchbar — auch wenn der Dübel sich zunächst festziehen lässt.

Wärmedämmverbundsystem

Die Dämmplatte ist weich und darf keine Last aufnehmen. Zwei Wege:
  • Abstandsmontagesystem: Eine Justierschraube oder Gewindestange geht
durch die Dämmung bis in den tragenden Untergrund; die Konsole wird außen abgestützt und die Höhe einjustiert. Die Dämmung trägt nichts, sie wird nur durchdrungen.
  • Druckfester Dämmstoffeinsatz: Ein Stück Dämmung wird durch einen
druckfesten Einsatz ersetzt, durch den hindurch verankert wird. Wichtig: Der Einsatz nimmt keine Last ab — er verhindert nur, dass die weiche Dämmplatte unter der Konsole zusammengedrückt wird. Die Last trägt weiterhin der Anker im dahinterliegenden Untergrund. Und er ist kein Universalteil: Tragfähigkeit und zulässige Lasten ergeben sich aus dem jeweiligen System samt zugehörigem Befestiger, nicht aus dem Zylinder allein. Für ein auskragendes Vordach mit Schnee- und Windsoglast ist im Zweifel das Abstandsmontagesystem die belastbarere Lösung.
Was nicht geht
Die Konsole flächig auf den Putz schrauben. Die Dämmplatte wird eingedrückt, die Konsole neigt sich, der Anker bekommt zusätzliche Biegung, und der Putz reißt rings um die Befestigung. Danach läuft Wasser in die Dämmung.
In beiden Fällen gilt
Jede Durchdringung ist ein Loch in der Fassade. Es wird abgedichtet — nicht mit einer Silikonwurst, sondern mit einem Dichtelement, das zum System passt, oder mit einer Manschette. Ein undichter Durchbruch im WDVS wird zum Feuchteschaden im Aufbau.
Wenn hier Unsicherheit besteht: Der Hersteller des Vordachs kennt die zulässigen Befestigungsarten und gibt sie an. Bei einer Fassade mit Vollwärmeschutz ist der Anruf beim Fassadenbauer die günstigere Variante gegenüber dem Rückbau.

Bausatz oder selbst gebaut

Der Bausatz
kommt mit passenden Konsolen, vorbereiteten Bohrbildern, der Eindeckung im richtigen Maß und einer Montageanleitung, in der die zulässigen Befestigungsarten stehen. Bei Glasausführungen ist die Frage der Überkopfverglasung damit nur dann geklärt, wenn das konkrete System dafür ausgewiesen ist — mit passender Bauartgenehmigung beziehungsweise Bemessung und der ausdrücklichen Freigabe für den Einbau über einem Aufenthaltsbereich. Ein Bausatz allein ist kein Nachweis; das gehört vor dem Kauf geprüft. Der Preis liegt höher, dafür ist die Konstruktion aufeinander abgestimmt.
Selbst gebaut
heißt: Tragwerk aus Holz oder Metall, Zugstangen oder Konsolen, Eindeckung nach Wahl. Das passt sich einer schwierigen Situation an — schiefe Türlaibung, ungewöhnliche Breite, Nische —, verlagert aber die Verantwortung: Tragwerk und Verankerung müssen bemessen sein, nicht geschätzt. Schnee- und Windlasten wirken auf ein Vordach als Kragarm, der seine gesamte Last in wenige Ankerpunkte einleitet. Wer das nicht rechnen kann, nimmt einen Bausatz mit geprüfter Systemvorgabe oder holt sich die Bemessung dazu.
Die klare Empfehlung
Bei selbst gebauten Vordächern Polycarbonat statt Glas. Es splittert nicht, wiegt einen Bruchteil und ist billiger — und es nimmt einem die Frage der Resttragfähigkeit ab, die bei Glas über Aufenthaltsbereichen den Ausschlag gibt. Erledigt sind damit aber nur die glasspezifischen Nachweise: Tragwerk, Verankerung, Windsog und Schneelast bleiben genauso zu klären, und die Platte muss für den Anwendungsfall freigegeben sein. Ein Glasvordach über einer Haustür ohne geprüfte Konstruktion ist ein Risiko an genau der Stelle, an der täglich jemand steht.

Die Eindeckung

Polycarbonat-Stegplatte
— der Standard: leicht, bruchsicher, lichtdurchlässig, gut zu verarbeiten. Die Regeln dazu — Stege in Gefällerichtung, Stirnseiten oben dampfdicht und unten diffusionsoffen, Ausdehnungsspiel — stehen in Anleitung Bitumenwellplatten, Kunststoff- und Stegplatten verlegen und gelten hier unverändert. Gerade beim Vordach fällt eine algige Stegplattenkammer sofort auf, weil man täglich darunter durchgeht und von unten hineinsieht.
Kunststoffwellplatte
— günstiger, optisch einfacher, funktioniert ebenso.
Aluminiumblech
— undurchsichtig, sehr haltbar, macht den Eingang aber dunkler.
Glas (VSG)
— nur als geprüfter Bausatz. Verbundsicherheitsglas hält bei Bruch zusammen; ESG allein zerfällt in Krümel und ist als Überkopfverglasung über einem Eingang nicht die richtige Wahl.

Position und Höhe festlegen

Vier Maße, die vor dem ersten Loch feststehen müssen:
Breite
Das Vordach sollte deutlich breiter sein als die Tür — sonst steht man beim Aufschließen mit der Schulter im Regen. Die Türzarge plus ein spürbarer Überstand auf beiden Seiten.
Auskragung
Weit genug, dass man mit Schlüssel und Einkauf trocken steht. Aber jeder Zentimeter mehr vergrößert den Hebel an den Ankern — hier entscheidet nicht der Wunsch, sondern was der Bausatz zulässt.
Höhe
Über dem Türblatt, mit Luft für den Türanschlag. Wichtig: Prüfen, ob die Tür in ihrer vollen Öffnung frei bleibt — bei nach außen öffnenden Türen und bei Türen mit Obenschließer wird es sonst eng. Wer eine Hausnummernleuchte oder eine Klingel über der Tür hat, muss diese mitplanen.
Gefälle
Ein Vordach ohne Gefälle sammelt Wasser und Laub. Das Gefälle läuft von der Wand weg, nach vorn — nicht zur Wand hin.
Zusätzlich zu prüfen: Wo sitzen Leitungen in der Wand? Über einer Haustür verlaufen fast immer Klingel- und Leuchtenleitungen, oft auch die Zuleitung für einen Türöffner. Vor dem Bohren mit dem Leitungssucher prüfen. Ein angebohrtes Kabel über der Haustür ist ein teurer Nachmittag.
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Wandanschluss und Entwässerung

Der Wandanschluss ist die Fuge zwischen Vordach und Fassade. Hier läuft das Wasser, das die Wand herunterkommt, direkt in den Übergang.
Sauber ist ein Wandanschlussprofil, das über die Eindeckung greift und oben an der Wand abschließt, mit Kompriband oder einem geeigneten Dichtstoff hinterlegt. Das Wasser läuft über das Profil auf die Fläche.
Was nicht funktioniert: eine Silikonfuge zwischen Eindeckung und Putz. Sie reißt innerhalb eines Jahres — Vordach und Wand bewegen sich unterschiedlich, Temperatur und Wind arbeiten daran. Danach läuft das Wasser genau in den Spalt.
Die Entwässerung wird gern vergessen, weil die Fläche klein ist. Sie ist klein — aber sie entwässert exakt über die Stelle, an der man steht und den Schlüssel sucht.
Ohne Rinne tropft die gesamte Fläche an der Vorderkante ab: eine Wasserlinie quer vor der Tür. Auf der Stufe wird daraus im Winter eine Eisfläche. Deshalb gehört an die Vorderkante eine Rinne mit Ablauf, und das Wasser wird seitlich weggeführt — nicht mittig vor die Tür, sondern zur Seite und dann auf die Fläche, wo es versickern kann.
Bei Bausätzen ist die Rinne meist Teil des Systems. Bei Eigenbauten ist sie das Bauteil, das am häufigsten weggelassen und ein Jahr später nachgerüstet wird.

Werkzeug und Befestiger für das Vordach

WerkzeugMaterial
Bohrhammer (abschaltbarer Schlag)Vordach als Bausatz oder Tragwerk und Eindeckung
Steinbohrer in der AnkergrößeBefestiger passend zum Untergrund, Edelstahl
Ausblaspumpe und Bohrlochbürste (bei Injektionsmörtel)Injektionsmörtel mit Siebhülsen (bei Lochstein)
LeitungssucherAbstandsmontagesystem (bei WDVS oder Klinker)
Wasserwaage, lange RichtlatteWandanschlussprofil
Zollstock, Bleistift, AnschlagwinkelKompriband oder geeigneter Dichtstoff
Drehmomentschlüssel oder RingschlüsselRinne mit Ablauf
Gerüst oder Arbeitsbühne (zwei Leitern reichen nicht)Stegplatten samt Profilen und Bändern (siehe Bitumenwellplatten, Kunststoff- und Stegplatten verlegen)
Schutzbrille, Staubmaske, HandschuheFassadenfarbe zum Ausbessern
Eine zweite Person
13 Arbeitsschritte
10 Werkzeuge
9 Materialposten

Vordach montieren: Schritt für Schritt

1

Leitungen orten — vor jeder Bohrung, auch vor der Probebohrung

Über einer Haustür verlaufen fast immer Klingel- und Leuchtenleitungen, oft auch die Zuleitung für einen Türöffner. Der Leitungssucher kommt deshalb zuerst zum Einsatz, nicht erst beim Anzeichnen der Ankerpunkte — auch eine Probebohrung an „unauffälliger Stelle" trifft sonst ein Kabel.

2

Untergrund bestimmen

Probebohrung an einer geprüft leitungsfreien, unauffälligen Stelle, Bohrmehl und Bohrgefühl auswerten. Erst danach den Befestiger kaufen.

3

Montageanleitung des Vordachs lesen

Dort steht, welche Befestigungsarten zulässig sind, welche Auskragung erlaubt ist und wie das Bohrbild aussieht. Das ist die Grundlage der Statik — nicht der eigene Entwurf.

4

Position anzeichnen und Leitungsprüfung wiederholen

Höhe, Breite, Mitte über der Tür. Waagerechte Linie mit der Wasserwaage über die volle Breite anreißen, nicht nach der Türoberkante ausrichten — die ist selten waagerecht. Dann den Leitungssucher noch einmal über die konkreten Bohrpunkte führen und diese gegebenenfalls verschieben, solange sie im zulässigen Bereich bleiben.

5

Bohren

In Lochsteinen ohne Schlag. Bohrlochdurchmesser und -tiefe exakt nach der Zulassung beziehungsweise Montageanleitung des Befestigers — nicht „lieber etwas tiefer". Die Verankerungstiefe ist ein bemessener Wert: Zu flach hält nicht, zu tief kann bei Verbundankern die Mörtelmenge und die Lage der Ankerstange verändern und bei durchgehenden Bohrungen die Rückseite der Wand durchstoßen. Bei Verbundankern das Loch ausblasen und ausbürsten — mehrfach.


Phase 2: Montieren

6

Anker setzen

Bei Injektionsmörtel gilt: Siebhülse nur dort, wo das System sie vorsieht — also in Loch- und Hohlsteinen. In Beton und in der Regel auch im Vollstein wird der Verbundanker ohne Hülse verarbeitet. Was gilt, steht in der Zulassung und der Montageanweisung des konkreten Systems, nicht in einer allgemeinen Regel. Mörtel von innen nach außen einbringen, Gewindestange eindrehen, Aushärtezeit abwarten. Diese Zeit ist temperaturabhängig und steht auf der Kartusche. Wer vorher belastet, hat einen Anker, der nur so aussieht, als hielte er.

7

Konsolen montieren und ausrichten

Mit der Wasserwaage kontrollieren, das Gefälle nach vorn einstellen. Bei Abstandsmontage jetzt einjustieren.

8

Tragwerk aufsetzen

Zu zweit. Erst lose fixieren, Maße und Winkel prüfen, dann festziehen. Anzugsmomente einhalten, wenn der Hersteller welche angibt.

9

Eindeckung einsetzen

Nach den Regeln des Materials — bei Stegplatten mit Ausdehnungsspiel, Stege in Gefällerichtung, Stirnseiten oben Alu-Band und unten Anti-Staub-Band.

10

Wandanschluss herstellen

Profil setzen, hinterlegen, abschließen.


Phase 3: Anschluss und Abnahme

11

Rinne montieren

und den Ablauf so führen, dass er nicht auf den Weg vor der Tür entwässert.

12

Durchdringungen abdichten und die Fassade ausbessern

13

Prüfen

Tür in voller Öffnung bewegen. Mit dem Gartenschlauch die Wand oberhalb des Vordachs abbrausen und beobachten, wo das Wasser läuft.


Die häufigsten Fehler bei der Wandbefestigung

FehlerFolge
Spreizdübel im HochlochziegelStege brechen, Anker zieht unter Schneelast aus
Anker nur in der Klinker-VormauerschaleVormauerschale reißt aus, Vordach fällt vor die Haustür
Konsole flächig auf die WDVS-Dämmung geschraubtDämmung wird eingedrückt, Putz reißt, Feuchte im Aufbau
Mit Schlag in Lochsteinen gebohrtKammern zertrümmert, kein Halt mehr für den Anker
Bohrloch nicht gereinigtVerbundmörtel hält am Bohrmehl, Tragfähigkeit stark reduziert
Aushärtezeit nicht abgewartetAnker sitzt, hält aber nicht
Verzinkte statt Edelstahl-BefestigerRostfahnen an der Fassade, Anker geschwächt
In die Mörtelfuge gebohrtFuge trägt nicht
Randabstand unterschrittenStein platzt beim Setzen oder unter Last ab
Auskragung größer als vom Hersteller zugelassenHebel zu groß, obere Anker überlastet
Kein Gefälle oder Gefälle zur WandWasser steht, läuft in den Wandanschluss
Wandanschluss nur mit Silikonreißt nach einem Jahr, Wasser hinter der Eindeckung
Keine RinneTropflinie vor der Tür, im Winter Eisfläche auf der Stufe
Leitung über der Tür angebohrtKlingel, Leuchte oder Türöffner tot
Türöffnung nicht geprüftTür schlägt am Vordach an
ESG statt VSG über dem Eingangim Bruchfall Glaskrümelregen auf den Eingang

Was ein Vordach kostet

Ein Vordach-Bausatz hat einen festen Preis nach Größe und Ausführung. Die Position, die überrascht, sind die Befestiger: Verbundanker mit Siebhülsen oder ein Abstandsmontagesystem für ein WDVS kosten ein Vielfaches von normalen Dübeln — und sie sind an dieser Stelle nicht verhandelbar.
Dazu kommen Wandanschlussprofil, Dichtmaterial und die Rinne, falls sie nicht im Bausatz enthalten ist.
Stegplatten30,87–128,38 €/Stk.
Lichtdurchlässig, nach Stärke und Länge.
Wellplatten13,92–145,99 €/Stk.
Die robustere Alternative.
Befestiger und Profile16,50–43,35 €/Stk.
Wandanschluss, Dichtscheiben, Randprofile.
Preise aus dem Franke-Sortiment, Stand 24. August 2026, brutto. Spannen über die aktiven Artikel der jeweiligen Warengruppe — Ausführung und Größe bestimmen, wo man darin landet.

Baurecht: Wann ein Vordach genehmigt werden muss

Ob ein Vordach über dem Hauseingang verfahrensfrei ist, entscheidet jedes Land einzeln. In vielen Fällen darf es bis zu einer bestimmten Auskragung und Fläche verfahrensfrei gebaut werden — aber „in den meisten Bundesländern" ist keine belastbare Aussage: Die Grenzen — Auskragung und Fläche — stehen in der jeweiligen Landesbauordnung.
Drei Punkte, die davon unabhängig gelten:
Grenzabstand und öffentliche Fläche
Ein Vordach, das über die Grundstücksgrenze oder über einen Gehweg ragt, ist ein eigener Fall — auch wenn es klein ist.
Gestaltungssatzung und Denkmalschutz
In Ortskernen und Erhaltungssatzungsgebieten kann die Gestaltung der Straßenfassade geregelt sein. Bei denkmalgeschützten Gebäuden ist jede Veränderung der Fassade genehmigungspflichtig — auch eine Bohrung.
Mietwohnung oder Eigentümergemeinschaft
Ein Vordach ist eine bauliche Veränderung an der Fassade. Als Mieter braucht man die Zustimmung des Eigentümers, in einer WEG einen Beschluss. Die Fassade gehört zum Gemeinschaftseigentum, auch wenn die Tür darunter zur eigenen Wohnung führt.
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Was beachtet werden muss

Sicherheit bei der Montage
Nie allein — und nicht von der Leiter aus. Ein Vordachrahmen ist unhandlich, muss über Kopf in Position gehalten werden, während gleichzeitig gebohrt und geschraubt wird. Dafür braucht es eine ausreichend große Arbeitsplattform: Gerüst oder Hubarbeitsbühne. Eine zweite Person macht eine Leiter nicht zum sicheren Arbeitsplatz — sie verdoppelt nur die Zahl derer, die abstürzen können. Über Kopf bohren heißt Staub im Gesicht: Schutzbrille und Staubmaske.
Sicherheit danach
Dieses Bauteil hängt dauerhaft über einem Eingang. Alles, was hier nachlässig gemacht wird, fällt irgendwann jemandem auf den Kopf — meist unter Schneelast, also im ungünstigsten Moment. Das ist der Grund, warum Untergrund und Befestiger auf dieser Seite so viel Raum bekommen.
Winter
Vor der Haustür entsteht durch das Vordach eine trockene Zone und direkt davor eine nasse Tropflinie. Ohne Rinne friert genau diese Linie zu — auf der Stufe, auf der man steht. Bei einem Vordach unter einem geneigten Hausdach kommt die Dachlawine dazu: Rutscht Schnee vom Hausdach auf das Vordach, ist das eine stoßartige Last, für die ein kleines Vordach nicht ausgelegt ist. In solchen Fällen ist ein Schneefangsystem auf dem Hausdach zu prüfen — aber nicht im Alleingang: Ein nachträglich montierter Schneefang hält die Last auf dem Hausdach zurück, statt sie abzuwerfen. Er muss samt Befestigung bemessen werden. Position des Vordachs, Schneefang und der Lastfall Dachlawine gehören deshalb zusammen betrachtet — von jemandem, der das Tragwerk beurteilen kann.
Materialverträglichkeit
Werden zwei verschiedene Metalle in dauerhaft feuchter Umgebung leitend verbunden, kann das unedlere von beiden korrodieren. Praktisch relevant ist das vor allem bei Kupfer über Zink — Ablaufwasser von Kupfer zerstört verzinkte Bauteile darunter.
Die Paarung Edelstahl an Aluminium ist dagegen die übliche und zulässige Ausführung: Edelstahlbefestiger in Aluminiumprofilen sind Standard, und genau deshalb schreibt diese Anleitung Edelstahl vor. Kritisch wird sie nur bei großflächigem Kontakt unter ständiger Nässe oder in Küstenklima; dort helfen die Trennelemente, die die Systeme dafür vorsehen. Grundsatz bleibt: Systemteile eines Herstellers passen zueinander, quer gemischte Bauteile nicht immer.
Polycarbonat
Keine essigvernetzenden Silikone, keine lösemittelhaltigen Reiniger, kein Hochdruckreiniger. Sonst Spannungsrisse. Details in Anleitung Bitumenwellplatten, Kunststoff- und Stegplatten verlegen.
Gewährleistung
Die Montageanleitung des Vordachs ist Teil der Produktzusage. Wer die zulässige Befestigungsart oder Auskragung überschreitet, hat im Schadensfall keine Grundlage — und bei einem herabfallenden Bauteil über einem Eingang ist das mehr als eine Frage der Kulanz.
Was Franke nicht macht
Keine Montage, keine statische Bemessung, kein Aufmaß vor Ort. Geliefert werden Vordächer, Platten, Profile und Befestiger.
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