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Von Franke Baustoffe
24. Aug. 2026 8 Min. Lesezeit

Bitumenschindeln verlegen: Anleitung für Gartenhaus und Anbau

Unterlage, Nagelbild, Klebestreifen — worauf es wirklich ankommt
Bitumenschindeln sehen nach Dach aus statt nach Provisorium — und halten deutlich länger als die Bahn aus dem Bausatz. Vorausgesetzt, die Unterlage stimmt und die Nägel sitzen dort, wo sie hingehören.
11 Arbeitsschritte
9 typische Fehler
35,20 ab Materialpreis

Wann Schindeln die richtige Wahl sind

Bitumenschindeln sind Bahnenware, die zugeschnitten ist und im verlegten Zustand wie eine Schuppendeckung aussieht. Sie kosten mehr als eine glatte Bahn und brauchen mehr Zeit — dafür sieht das Dach nach Dach aus und nicht nach Notlösung.
Die Vorteile
geringes Gewicht, deshalb keine besonderen Anforderungen an die Konstruktion. Kein Spezialwerkzeug. Schadhafte Stellen lassen sich einzeln ersetzen. Und sie folgen auch runden oder ungewöhnlichen Formen, wo starre Deckmaterialien nicht mitmachen.
Die Grenzen
Sie brauchen eine geschlossene Schalung — auf reiner Lattung funktionieren sie nicht. Und sie brauchen Neigung.
Die Formen
unterscheiden sich nur optisch: Rechteck, Biber, Sechseck, Rhombus. Die Verlegetechnik ist dieselbe, nur der Versatz ändert sich.

Unser Dachschindeln Sortiment 21 Produkte

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Die Dachneigung entscheidet

Das ist die Frage, die vor dem Kauf steht. Unterhalb einer bestimmten Neigung ist eine Schindeldeckung nicht mehr ohne Weiteres regensicher — Wasser wird durch Wind unter die Schindeln gedrückt, und daran ändert sauberes Verlegen allein nichts.
Maßgeblich ist die Regeldachneigung, die die Fachregeln des Dachdeckerhandwerks für die Schindeldeckung kennen. Sie darf unterschritten werden — aber nur mit der ausdrücklich vorgesehenen Zusatzmaßnahme, in der Regel einer vollflächig verklebten Unterlage. Wer darunter ohne diese Maßnahme deckt, deckt außerhalb der Produktzusage.
Den konkreten Wert beim gewählten Produkt nachschlagen, nicht schätzen. Er unterscheidet sich zwischen Herstellern und Schindeltypen.

Wenn die Neigung nicht reicht

Dann ist eine Bahnendeckung nach Dachpappe verlegen die ehrlichere Lösung — oder das Dach wird angehoben, was bei einem Gartenhaus selten in Frage kommt.

Die Unterlage — nicht optional

Unter die Schindeln gehört eine Unterlagsbahn, üblicherweise eine V13. Sie ist kein Extra, sondern Teil des Aufbaus.

Warum

Schindeln sind eine überlappende Deckung, keine geschlossene Fläche. Bei Schlagregen, Flugschnee oder aufsteigendem Wind gelangt Wasser darunter. Die Unterlage führt es zur Traufe ab. Ohne sie landet es auf der Schalung.
Die Unterlage wird wie bei Dachpappe verlegen von der Traufe aufwärts verlegt, quer zum Gefälle, mit Überlappung, im Überlappungsbereich genagelt.
An der Traufe kommt zusätzlich ein Traufstreifen oder ein Traufblech unter die Unterlage, damit Wasser über die Kante abgeführt wird.

Das Nagelbild: die eine Sache, die zählt

Hier entscheidet sich, ob die Deckung hält. Die Regel klingt trivial und wird trotzdem am häufigsten falsch gemacht.
Jeder Nagel muss zwei Dinge gleichzeitig erfüllen: Er muss die Schindel halten und von der darüberliegenden Reihe überdeckt sein.
Wird er zu hoch gesetzt, greift er nicht mehr durch die darunterliegende Reihe — die Schindel hängt nur an sich selbst und wird vom Wind angehoben.
Wird er zu tief gesetzt, liegt er im sichtbaren Bereich und damit im Wasserweg. Jeder Nagelkopf ist dann eine Eintrittsstelle.
Die richtige Höhe ist auf den meisten Schindeln markiert oder in der Verlegeanleitung mit Maß angegeben. Diese Angabe ist verbindlich, nicht ungefähr.
Die Anzahl der Nägel je Schindel
gibt der Hersteller vor — in windexponierter Lage mehr. Nägel werden bündig eingeschlagen: nicht versenkt, damit sie die Schindel nicht durchreißen, und nicht überstehend, damit sie die darüberliegende Schindel nicht aufwölben.
Der Selbstklebestreifen
auf der Schindeloberseite verklebt die darüberliegende Reihe. Er wird durch Sonnenwärme aktiviert — bei kühlem Wetter oder Verlegung im Spätherbst passiert das nicht von selbst. Dann muss punktuell mit Bitumenkleber nachgeholfen werden, sonst hebt der erste Herbststurm die Reihen an.

Wie viele Schindeln gebraucht werden

Der Verbrauch richtet sich nach der Deckbreite, nicht nach der Schindelgröße — durch die Überdeckung liegt ein erheblicher Teil verdeckt. Der Hersteller gibt die Deckfläche je Paket an; danach wird gerechnet.
Zuschlag einplanen für: Verschnitt an Ortgang und Kehle, First- und Gratschindeln (oft aus normalen Schindeln geschnitten), Reserve für spätere Reparaturen. Eine Restpackung aufheben — Chargenfarben ändern sich, und eine einzelne ersetzte Schindel in abweichendem Ton fällt auf.

Werkzeug und Nägel für Bitumenschindeln

WerkzeugMaterial
HammerBitumenschindeln in gewünschter Form
Cuttermesser mit HakenklingeUnterlagsbahn V13
Zollstock, Schlagschnur, RichtscheitSchindelnägel (Länge nach Schalungsstärke)
KartuschenpistoleBitumenkleber in Kartuschen
HandfegerTraufblech, Ortgangblech
KnieschonerFirstschindeln oder Zuschnittreserve
Gerüst oder Arbeitsbühne, Leiter nur für den ZugangSicherungskonzept an der Absturzkante
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11 Arbeitsschritte
7 Werkzeuge
7 Materialposten

Bitumenschindeln verlegen: Schritt für Schritt

1

Wetter prüfen

Trocken und möglichst mild. Bei Kälte werden Schindeln spröde und brechen beim Biegen; bei Hitze werden sie weich und lassen sich schlecht ausrichten.

2

Untergrund prüfen

Schalung fest, Nagelköpfe versenkt, Oberfläche trocken und sauber.

3

Traufblech setzen

An der Traufkante, unter die spätere Unterlage.

4

Unterlagsbahn verlegen

Von der Traufe aufwärts, quer zum Gefälle, mit Überlappung, im Überlappungsbereich genagelt.


Phase 2: Verlegen

5

Schnurschlag setzen

Waagerechte Linien für jede Reihe anzeichnen. Diesen Schritt nicht auslassen — Schindeln verlaufen sonst über die Dachfläche, und weil das schleichend passiert, fällt es erst oben auf.

6

Erste Reihe verlegen

Die Startreihe wird umgedreht verlegt — mit den Ausschnitten nach oben — oder es wird ein Traufstreifen verwendet. So liegt unter den Ausschnitten der zweiten Reihe geschlossenes Material. Diese erste Reihe ragt an Traufe und Ortgang leicht über.

7

Zweite Reihe darüber

Jetzt regulär, mit den Ausschnitten nach unten, versetzt zur Reihe darunter. Der Versatz ist bei jeder Schindelform anders und steht in der Verlegeanleitung.

8

Reihe für Reihe nach oben

Immer den Schnurschlag prüfen. Nägel auf der markierten Höhe.


Phase 3: Ränder und Abschluss

9

Ortgang schneiden

Schindeln bündig zur Kante schneiden, unterseitig mit Bitumenkleber sichern.

10

First schließen

Firstschindeln oder aus normalen Schindeln geschnittene Stücke überlappend über den First legen, gegen die Hauptwindrichtung arbeiten.

11

Klebestreifen prüfen

Bei kühlem Wetter punktuell mit Kleber nacharbeiten, besonders an Ortgang und First.

First, Ortgang und Anschlüsse

First
Die Firstschindeln werden einzeln überlappend verlegt, jede mit zwei Nägeln, die von der nächsten überdeckt werden. Verlegerichtung entgegen der Hauptwindrichtung — dann drückt der Wind die Überlappung zu statt auf.
Ortgang
Die seitliche Kante braucht Kleber. Ein Ortgangblech unter der Deckung macht die Kante zusätzlich sauber und schützt die Stirnseite der Schalung.
Grat und Kehle
Beim Grat wie beim First arbeiten. Die Kehle ist die anspruchsvollste Stelle — hier läuft das Wasser zweier Flächen zusammen. Bei kleinen Dächern lässt sich die Kehle mit einer eingelegten Bahn ausbilden, über die die Schindeln beidseitig geführt werden.
Anschluss an eine Wand
Hier braucht es ein Anschlussblech, das unter die Deckung und hinter die Wandbekleidung geführt wird. Silikon ist an dieser Stelle keine Lösung.

Die häufigsten Fehler beim Nagelbild

FehlerFolge
Nagel zu hoch gesetztgreift nicht durch, Reihe hebt sich im Wind
Nagel zu tief gesetztNagelkopf liegt im Wasserweg
Erste Reihe nicht umgedrehtunter den Ausschnitten liegt Unterlage statt Schindel
Kein SchnurschlagReihen verlaufen, wird erst oben sichtbar
Versatz falschFugen liegen übereinander, Wasser findet den Weg
Ohne Unterlagsbahn verlegtFlugschnee und Schlagregen landen auf der Schalung
Bei Kälte verlegtSchindeln brechen, Klebestreifen aktiviert nicht
Klebestreifen nicht nachgeholfenSturm hebt die Reihen an
Unter der Regeldachneigung ohne die vorgesehene Zusatzmaßnahme verlegtdauerhaft undicht, nicht nachbesserbar

Was Bitumenschindeln je Quadratmeter kosten

Bitumenschindeln liegen über einfacher Bahnenware und unter Ziegeln. Der Preis je Quadratmeter hängt von Form, Stärke und Qualität ab — Elastomerbitumen-Schindeln kosten mehr und halten länger. Dazu kommen Unterlagsbahn, Nägel, Kleber und Bleche.
Dachschindeln35,20–104,35 €/Pck.
21 aktive Artikel, Packungsware — Bedarf nach Fläche plus Zuschnitt.
Vordeck- und Unterlagsbahn109,00–226,10 €/Rolle
Gehört unter die Schindeln, nicht optional.
Nägel und Anschlussteile16,50–43,35 €/Stk.
Breitkopfnägel, First- und Ortgangteile.
Preise aus dem Franke-Sortiment, Stand 24. August 2026, brutto. Spannen über die aktiven Artikel der jeweiligen Warengruppe — Ausführung und Größe bestimmen, wo man darin landet.
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Was beachtet werden muss

Verlegetemperatur
Schindeln brauchen mildes Wetter. Zu kalt: Material bricht, Klebestreifen bleibt kalt. Zu heiß: Schindeln werden weich, Fußabdrücke bleiben sichtbar, die Bestreuung löst sich beim Betreten.
Windlast
An exponierten Lagen — freistehend, Küstennähe, Hanglage — die Nagelanzahl erhöhen und die Klebestreifen konsequent nacharbeiten. Die meisten Sturmschäden an Schindeldächern beginnen am Ortgang.
Absturz
Auch ein kleines geneigtes Dach hat eine Absturzkante. Ein zweiter Helfer ist nützlich, ersetzt aber keine Sicherung — er kann niemanden auffangen. Wo an einer Kante gearbeitet wird, gehört ein tragfähiges Sicherungskonzept dazu: Gerüst mit Seitenschutz, Dachfanggerüst oder ein Auffangsystem an einem geeigneten Anschlagpunkt. Die Frage ist nicht, wie groß die Fläche ist, sondern wie tief der Fall wäre.
Betreten der fertigen Fläche
Frisch verlegte Schindeln in der Sonne nicht unnötig betreten. Wo die Bestreuung eingedrückt wird, verliert das Bitumen seinen UV-Schutz.
Was schiefgeht, wenn man es falsch macht
Ein falsches Nagelbild zeigt sich nicht sofort, sondern beim ersten Herbststurm — und dann meist gleich auf ganzer Breite, weil der Fehler systematisch über die Fläche geht.
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